Zum Hauptinhalt springen

Vergebliches Warten auf die Freiheitsdividende

Sieben Jahre nach dem Arabischen Frühling ist der Mut der Tunesier noch immer nicht belohnt worden.

Die Bilder gleichen sich, die Slogans auch: Ähnlich wie zuletzt im Iran gehen in Tunesien Menschen auf die Strasse. Ähnlich wie in der Regionalmacht am Persischen Golf liegen im 11-Millionen-Land am Mittelmeer die Ursachen in wirtschaftlicher Frustration: Arbeitslosigkeit und Korruption belasten die Bevölkerung, die Lebensmittelkosten steigen, die Einkommen stagnieren bestenfalls. Weil das strukturschwächere Regionen besonders hart trifft, nahmen die Proteste in beiden Ländern in der Provinz ihren Anfang, bevor sie in die Hauptstädte schwappten.

Dennoch sind die Unterschiede zwischen Tunis und Teheran gewaltig: Zum siebten Jubiläum der Jasmin-Revolution an diesem Sonntag warten die Menschen in Tunesien noch immer darauf, dass ihr Mut von 2011 mit einer Freiheitsdividende belohnt wird. Die Regierung, gegen deren Finanzpolitik sich der Unmut richtet, ist aber demokratisch gewählt. Sollten die Proteste anhalten, sind eine Kabinettsumbildung oder Neuwahlen jederzeit möglich. Im neuen Tunesien ist das Routine.

Stabilität sieht freilich anders aus. Dass die jedoch nicht alles ist, zeigt das Beispiel des veränderungsresistenten Iran. Das System der Islamischen Republik ist erstarrt, den Willen des Volkes bildet es 39 Jahre nach der letzten Revolution noch in Teilen ab. Das Regime in Teheran regiert dennoch weiter mit eiserner Hand – weil es dazu gar keine Alternative hat.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch