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Verstösse gegen Waffenruhe im Jemen

US-Präsident Obama und der UNO-Sondergesandte Ahmed rufen zum Stillstand der Waffen im Jemen auf. Huthi-Rebellen haben zudem die Friedensgespräche in der Schweiz gestoppt.

Anhänger der schiitischen Huthi-Rebellen in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa. Nachdem sie den Norden des Landes kontrollieren, wollen sie auch den Süden des Jemen erobern.
Anhänger der schiitischen Huthi-Rebellen in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa. Nachdem sie den Norden des Landes kontrollieren, wollen sie auch den Süden des Jemen erobern.
Reuters
Abdel-Malak al-Huthi ist der Anführer der schiitischen Bewegung, die von seinem Bruder Hussein vor zehn Jahren gegründet wurde. Damals starb Hussein bei einem Aufstand.
Abdel-Malak al-Huthi ist der Anführer der schiitischen Bewegung, die von seinem Bruder Hussein vor zehn Jahren gegründet wurde. Damals starb Hussein bei einem Aufstand.
AFP
Die USA beteiligen sich nicht direkt an den Kämpfen gegen die Huthi-Aufständischen. Präsident Barack Obama genehmigte aber logistische und geheimdienstliche Unterstützung für die Luftangriffe der saudischen Militärallianz.
Die USA beteiligen sich nicht direkt an den Kämpfen gegen die Huthi-Aufständischen. Präsident Barack Obama genehmigte aber logistische und geheimdienstliche Unterstützung für die Luftangriffe der saudischen Militärallianz.
Reuters
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Die Waffenruhe im Jemen scheint den Vereinten Nationen zufolge nicht zu halten. Der UNO-Sondergesandte Ismail Ould Scheich Ahmed zeigte sich beunruhigt über Berichte von Verstössen und rief die Parteien zur Einhaltung der Feuerpause auf.

Die Konfliktparteien sollten humanitäre Hilfe in die am stärksten von den Kämpfen betroffenen Gebiete zulassen, forderte Ahmed. Vertreter der jemenitischen Regierung und der Huthi-Rebellen hätten zugesagt, sich an die seit Dienstag geltende Waffenruhe zu halten.

Rückschlag erlitten

Auch US-Präsident Barack Obama rief «dringend» zu einer Einhaltung der Waffenruhe auf. Alle Konfliktparteien sollten den Waffenstillstand respektieren und nach einer diplomatischen Lösung für den Konflikt suchen, sagte er laut dem Weissen Haus.

Die Bemühungen um Frieden im Jemen hatten zuletzt wieder einen schweren Rückschlag erlitten. Regierungstruppen töteten dutzende Aufständische, die Rebellenvertreter erschienen nicht zu einer vereinbarten Sitzung der Friedensgespräche in der Schweiz. Sie verlangten, die Vereinten Nationen müssten die Verletzungen des bis Montag geltenden Waffenstillstandsabkommens durch die Regierung verurteilen, wie Teilnehmer beider Seiten berichteten. Die Huthi-Rebellen hätten alle Treffen mit der international anerkannten Regierung ausgesetzt, hiess es. Allerdings verletzten Huthi-Kämpfer nach Angaben neutraler Beobachter ebenfalls das Abkommen.

Gespräche sollen fortgesetzt werden

Die UN hegten Zweifel an dem Stopp. «Bei meinem jüngsten Treffen mit den Führungen der Delegationen haben alle ihr Bekenntnis zu einem Waffenstillstand erneuert», schrieb der Sondergesandte Ismail Ould Cheikh Ahmed auf Twitter. Der stellvertretende Sprecher von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, Farhan Haq, sagte der Nachrichtenagentur AP, die UN hätten keine Bestätigung eines Aufschubs der Gespräche erhalten. Ahmed stünde weiterhin in Kontakt mit den Konfliktparteien.

Im Schweizer Ort Magglingen im Kanton Bern wurde seit Dienstag verhandelt. Ahmed zufolge sollten die Gespräche in den nächsten Tagen weitergehen. Ziel sei ein nachhaltiger Waffenstillstand im ganzen Land und der Rückzug von Truppen. Schwere Waffen und die Kontrolle über öffentliche Einrichtungen sollten an den jemenitischen Staat zurückgegeben werden.

In dem bitterarmen arabischen Land wird seit mehr als einem Jahr gekämpft. Auf der einen Seite stehen die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen und Soldaten des früheren Präsidenten Ali Abdullah Saleh. Sie kämpfen gegen Getreue von Staatschef Abed Rabbo Mansur Hadi, die von Saudiarabien mit Luftangriffen unterstützt werden. Die jemenitischen Ableger der al-Qaida und der Terrormiliz Islamischer Staat nutzen das Chaos und bauen im Osten und Süden des Landes ihren Einfluss aus.

Die Gespräche sollen am 19. Dezember 2015 fortgesetzt werden. Eine erste Verhandlungsrunde in Genf im Juni hatte keinen Durchbruch gebracht.

SDA/afo

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