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Verwirrung um Ali Abdullah Saleh

Jemens Staatschef Saleh, der derzeit in Saudiarabien medizinisch behandelt wird, will offenbar nicht mehr in sein Land zurückreisen. Dem widerspricht die Aussage eine ranghohen Regierungsvertreters.

mrs/jak
Nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen: Jemens Staatschef Ali Abdallah Saleh.
Nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen: Jemens Staatschef Ali Abdallah Saleh.
Keystone

Der schwer verletzte jemenitische Präsident Ali Abdullah Saleh will nach den Worten eines ranghohen Mitglieds der Regierungspartei in sein Land zurückkehren. Jasser al Jamani erklärte heute, die Rückkehr werde in den kommenden Tagen erfolgen. Einzelheiten nannte er nicht.

Diese Meldung widerspricht der Aussage eines saudiarabischen Regierungsvertreters, der anonym bleiben wollte: Ali Abdullah Saleh «wird nicht in sein Land zurückkehren», sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur AFP in Riad. Ob Saleh selbst diese Entscheidung getroffen hat, sagte er nicht. Es sei noch nicht entschieden, wo Saleh sich in Zukunft aufhalten werde, sagte der Beamte und deutete damit an, dass der jemenitische Präsident von Saudiarabien in ein weiteres Land weiterreisen könnte.

Seit Monaten Proteste

Gegen Saleh gibt es im Jemen seit Monaten landesweite Proteste, bei denen der Rücktritt des seit 33 Jahren regierenden Präsidenten gefordert wird. Am 4. Juni war er zur medizinischen Behandlung nach Saudiarabien geflogen worden, nachdem er am Tag zuvor bei einem Angriff auf den Präsidentenpalast in Jemens Hauptstadt Sanaa verletzt worden war.

Seitdem wurde der 69-Jährige nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen, zudem gibt es widersprüchliche Angaben über seinen Gesundheitszustand. Die Regierung in Sanaa hatte bisher stets erklärt, der Staatschef werde nach der Behandlung in den Jemen zurückkehren, um die Amtsgeschäfte wieder aufzunehmen.

Salehs Gegner fordern einen Übergangsrat

Gegner des jemenitischen Staatschefs Ali Abdullah Saleh haben gestern bei einem Treffen mit dessen Stellvertreter die Bildung eines Übergangsrates zur Machtübergabe in dem arabischen Land gefordert. Das sogenannte Koordinationskomitee der jemenitischen Revolution erklärte gestern, Vizepräsident Abd Rabbo Mansur Hadi habe während des Treffens am Vorabend gesagt, dass er die Forderung verstehe. Er habe um einen Zeitraum von zwei Wochen gebeten, um die Sicherheitslage und die Wirtschaft im Land wieder in Ordnung zu bringen.

Das Komitee rief die Regierungsgegner auf, ihre «friedliche Revolution» bis zur Bildung eines Übergangsrates zu verstärken. Der Übergangsrat soll demnach nicht länger als neun Monate amtieren und eine allseits anerkannte Persönlichkeit benennen, die eine aus Fachleuten zusammengesetzte Regierung bilden soll. Gefordert wird ausserdem die Auflösung des Parlaments, die Bildung eines Komitees zur Ausarbeitung einer neuen Verfassung, zu der es eine Volksabstimmung geben soll, sowie Parlamentswahlen.

Mehr als 200 Tote

Bei den andauernden Kämpfen zwischen Anhängern und Gegnern des seit 33 Jahren regierenden Präsidenten im Zuge der seit Januar dauernden Protestbewegung wurden bereits mehr als 200 Menschen getötet.

(AFP)

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