Vier Tote und mehrere Verletzte nach Terroranschlägen in Israel

Zwei Palästinenser haben mit Messern und Schusswaffen einen Bus in Jerusalem angegriffen. Ein Palästinenser fuhr mit seinem Wagen in eine Menschenmenge und ging auf die Passanten los.

Blutiger Anschlag auf einen Bus in Jerusalem: Israelische Sicherheitskräfte bergen die Opfer.

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Israel hat am Dienstag den bisher schlimmsten Tag seit Beginn der jüngsten Gewaltwelle im Nahen Osten vor einem Monat erlebt. Bei einem Angriff in einem Bus wurden zwei Passagiere getötet. Wenig später raste ein Palästinenser mit einem Rammfahrzeug in eine Gruppe Wartender an einer Bushaltestelle.

Polizeisprecher Micky Rosenfeld sagte, an dem Angriff im Bus der Linie 78 im Viertel Armon Hanatziv in Ostjerusalem seien zwei Männer beteiligt gewesen. Der eine habe das Feuer eröffnet, der andere sei mit zwei Messern bewaffnet gewesen.

Ein 60-jähriger Passagier war auf der Stelle tot, ein anderer erlag später seinen Verletzungen. Drei weitere Fahrgäste wurden verletzt. Die Polizei erschoss laut Rosenfeld einen der Täter, der andere wurde verletzt. Ein Augenzeuge berichtete, es habe einen heftigen Schusswechsel gegeben.

Angriffe an Bushaltestellen

Beim Angriff mit dem Rammfahrzeug in einem von ultraorthodoxen Juden bewohnten Viertel Westjerusalems kam den Angaben zufolge ein Mensch ums Leben, eine weitere Person wurde verletzt. Der Fahrer stieg danach aus seinem Fahrzeug und verletzte mehrere Menschen an der Bushaltestelle durch Messerstiche, bevor er selbst durch Schüsse verletzt wurde.

Nach Angaben von Rettungskräften gab es bei den beiden Attacken insgesamt fünf Schwer- und drei Leichtverletzte.

Kurz zuvor hatte ein Palästinenser in der Stadt Raanana nördlich von Tel Aviv einen Passanten in der Nähe einer Bushaltestelle mit einem Messer angegriffen. Umstehende stürzten sich auf den Angreifer und überwältigten ihn, bevor die Polizei eintraf. Das Opfer und der Angreifer erlitten Verletzungen.

Dringlichkeitssitzung des Sicherheitskabinetts

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu berief sein Sicherheitskabinett zu einer Dringlichkeitssitzung ein. Die Regierung erwägt, das Westjordanland und arabische Viertel in Ostjerusalem abzuriegeln, um weitere Attacken zu verhindern. Die Hamas lobt die Angreifer als Helden.

Die seit Monaten andauernden Spannungen zwischen Palästinensern und Israelis hatten sich zugespitzt, nachdem am 1. Oktober im israelisch besetzten Westjordanland ein jüdisches Siedlerpaar getötet worden war. Die israelischen Behörden beschuldigen die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas der Tat.

Seitdem wurden in Israel, Jerusalem und dem Westjordanland mehr als 20 Messerattacken verübt, bei denen mehrere Israelis getötet wurden. Auch viele der meist palästinensischen Angreifer wurden getötet. Bei der Gewalt gab es auf israelischer Seite sieben, auf palästinensischer Seite mehr als 25 Tote.

Die Gemeinde der arabischen Israelis, die fast ein Fünftel der Bevölkerung ausmacht, rief für Dienstag zu einem Generalstreik auf. Die Palästinenser waren zu einem «Tag des Zorns» aufgerufen. (bee/sda)

Erstellt: 13.10.2015, 17:21 Uhr

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