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«Was Masayminch tut, ist Provokation pur»

Bilder auf Facebook zeigen sie trinkend, essend und rauchend: Die Bewegung Masayminch ruft in Marokko öffentlich zum Fastenbrechen auf. Islamwissenschaftler Thomas Herzog sagt, was dahintersteckt.

Fast-Food-Ketten in Marokko haben auch während des Ramadan tagsüber geöffnet: Ein Muslim zeigt sich beim «Fastenbrechen» im Internet.
Fast-Food-Ketten in Marokko haben auch während des Ramadan tagsüber geöffnet: Ein Muslim zeigt sich beim «Fastenbrechen» im Internet.
Facebook, Masayminch
Wie es sich gehört: Das Fastenbrechen ist der abendliche Abschluss eines Fastentages während des Ramadan mit dem Abendgebet bei Einbruch der Dunkelheit. Im Bild: Eine Familie in Amman, Jordanien, wartet.
Wie es sich gehört: Das Fastenbrechen ist der abendliche Abschluss eines Fastentages während des Ramadan mit dem Abendgebet bei Einbruch der Dunkelheit. Im Bild: Eine Familie in Amman, Jordanien, wartet.
Muhammad Hamed, Reuters
«Danke meiner Familie für ihr Verständnis und Dank an meine Mutter, die mir dieses Essen zubereitet hat», steht unter dem auf Facebook veröffentlichten Bild.
«Danke meiner Familie für ihr Verständnis und Dank an meine Mutter, die mir dieses Essen zubereitet hat», steht unter dem auf Facebook veröffentlichten Bild.
Facebook Masayminch
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In den Maghreb-Staaten weigern sich immer mehr jugendliche Muslime gegen das Fasten – ein neues Phänomen?

In Marokko gibt es ein Gesetz, das es verbietet, während des Ramadan öffentlich zu essen, zu trinken oder zu rauchen. Auf Widerhandlungen steht eine Gefängnisstrafe von bis zu sechs Monaten. In der Tat gab es in den letzten Jahren mehrere Verhaftungen, weil Jugendliche in der Fastenzeit in abgelegenen Parks oder Wäldchen Nahrung zu sich genommen haben. Darauf reagiert nun die Bewegung Masayminch (Wir fasten nicht) mit Protestmahlzeiten. Neu ist die Gruppierung nicht, sie wurde im Jahr 2009 ins Leben gerufen. Auf ihrer Facebook-Seite platziert sie teilweise bewusst provozierende Bilder und Aussagen. Und sie hat angekündigt, ihre Anliegen künftig in allen arabischen Staaten vertreten zu wollen. Zurzeit beschränkt sich der Einfluss der Bewegung jedoch auf Marokko. In Tunesien gibt es eine ähnliche Bewegung unter anderem Namen.

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