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«We're goin' home» – Amerikaner haben den Irak verlassen

In der Nacht auf heute haben die letzten Kampftruppen der USA heimlich die Grenze überquert. Jetzt beginnt laut der Regierung die «Operation Neubeginn».

Die US-Armee hat den Abzug ihrer letzten Kampftruppen aus dem Irak offiziell bestätigt. Am Donnerstagmorgen habe die letzte Kampfeinheit den Irak über die Grenze nach Kuwait verlassen, sagte ein Sprecher der US-Armee. Zuvor hatte die Regierung den Abzug noch dementiert, gemäss Medien, um die abziehenden Soldaten nicht zu gefährden.

Der Rückzug des rund 14'000 Soldaten umfassenden Brigadeteils aus der irakischen Hauptstadt Bagdad hatte nach Angaben der «Washington Post» am Samstag begonnen. Die Truppen hätten den 580 Kilometer langen Weg zu Lande statt in Flugzeugen zurücklegen müssen. In die Armee «eingebettete» Reporter sollten der Zeitung zufolge ebenfalls bis zum Donnerstagmorgen Stillschweigen über den Rückzug bewahren.

Nach dem Abzug der Kampftruppen bleiben laut CNN-Informationen zunächst etwa 56'000 US-Soldaten im Irak stationiert. Am 1. September beginnt die Operation «New Dawn» (Neubeginn). Sie sieht vor, dass die verbleibenden Soldaten irakische Sicherheitskräfte ausbilden und ihnen bei der Bekämpfung des Terrorismus helfen. Bis Ende 2011 sollen auch sie den Irak verlassen.

Mehr als 4400 Soldaten gestorben

Der Abzug der US-Kampftruppen sei damit vor dem Termin am 31. August vollzogen, den die Regierung genannt hatte, berichteten US-Medien. Dies markiere nach siebeneinhalb Jahren das Ende der «Operation Irakische Freiheit», zitierte der Sender MSNBC den Sprecher des US-Aussenministeriums, Philip Crowley.

Seit der Invasion im Irak im März 2003 starben mehr als 4400 US- Soldaten im Irak. Insgesamt eine Billion Dollar (1039 Milliarden Franken) kostete der Einsatz die USA. Vor siebeneinhalb Jahren marschierte eine von den USA geführte internationale Koalition gegen den damaligen Machthaber Saddam Hussein im Irak ein.

«Wir halten das Versprechen»

US-Präsident Barack Obama hatte am Mittwoch vor Bekanntwerden der Nachricht im US-Bundesstaat Ohio gesagt: «Wir halten das Versprechen, das wir gemacht haben. Unsere Kampfmission drüben im Irak wird vorbei sein.» Obama hatte angekündigt, bis Ende August das Land zu verlassen.

US-Präsident Barack Obama hatte den kompletten Rückzug aus dem Irak damit begründet, sich verstärkt auf den Anti-Terror-Kampf in Afghanistan konzentrieren zu wollen.

Erneut Attentate

Das Ende der Kampfoperation gilt als grosser Einschnitt für die irakische Regierung, weil sie mehr Verantwortung für die Sicherheit in dem Land übernehmen muss. Vor dem Abzug der US-Kampftruppen verstärkten die Aufständischen ihre Angriffe auf die irakischen Sicherheitskräfte. Erst am Dienstag kamen bei einem Attentat auf Armee-Bewerber in Bagdad 58 Menschen ums Leben. Im Mai waren bei einer Serie von Attentaten fast 100 Menschen getötet worden.

SDA/oku

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