Zum Hauptinhalt springen

Wie Arafat zum Ölzweig kam

Schweizer Sondierungen mit der PLO bereiteten 1970 das Terrain für eine Mässigung der Fatah vor. So entstand ein Verhandlungspartner – auch für Israel.

Yassir Arafat appellierte 1974 an die UNO-Vollversammlung: «Lasst nicht zu, dass der Ölzweig aus meiner Hand fällt.» Foto: AP
Yassir Arafat appellierte 1974 an die UNO-Vollversammlung: «Lasst nicht zu, dass der Ölzweig aus meiner Hand fällt.» Foto: AP

Es gibt Ereignisse, die unvergesslich bleiben. Kennedys Rede 1963 vor der Berliner Mauer. Der Handschlag von Reagan und Gorbatschow 1986 in Reykjavik. Natürlich 9/11. Bin Ladens Tod 2011. In diese Reihe gehört auch Yassir Arafats Auftritt an der UNO-Vollversammlung in New York im November 1974.

Arafats Outfit entsprach nicht dem üblichen Dekor eines politischen Verantwortungsträgers und auch nicht den heutigen Sicherheitsstandards: Er trug das klassische Palästinenserkopftuch, das in jener Zeit noch nicht modisches Accessoire war, sondern Utensil an Demonstrationen. Er hatte die Pistole umgeschnallt und schwenkte in der Hand zugleich einen Ölzweig. Damit wollte er der Weltöffentlichkeit demonstrieren, dass er die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) an einer Wegscheide sah zwischen einer Fortsetzung des bewaffneten Kampfes und einer Friedenslösung.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.