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«Wir haben mehrere Plätze zurückerobert»

Kundus ist nach Angaben der Streitkräfte weitgehend unter Kontrolle. Unterstützung erhielten die afghanischen Soldaten von den USA.

«Derzeit konzentrieren wir uns darauf, die Stadt zu säubern»: Ein afghanischer Soldat in Siegespose. (Archivbild)
«Derzeit konzentrieren wir uns darauf, die Stadt zu säubern»: Ein afghanischer Soldat in Siegespose. (Archivbild)
Keystone

Nach dem Eindringen von Taliban-Kämpfern haben die afghanischen Streitkräfte eigenen Angaben zufolge die Kontrolle über die Stadt Kundus wieder weitgehend zurückgewonnen. Mit Unterstützung der USA sei es am Dienstag gelungen, die Oberhand in den meisten Bezirken zu erlangen, teilten die Behörden mit.

Es sei zu vereinzelten Gefechten gekommen. «Derzeit konzentrieren wir uns darauf, die Stadt zu säubern», sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Kabul. Am Montag waren Taliban-Kämpfer bis ins Stadtzentrum vorgerückt.

Verluste auf beiden Seiten

«Wir haben mehrere Plätze zurückerobert», sagte der Polizeichef der Stadt, Kasim Dschangalbagh. Auf Seiten der Islamisten seien 25 Menschen getötet worden, bei den Sicherheitskräften drei. Auch Kampfjets seien in der Nacht zum Einsatz gekommen. Nach Angaben des US-Militärkommandos in Kabul wurden die afghanischen Soldaten von einem amerikanischen Helikoptern unterstützt.

Die Taliban erklärten dagegen in Internetportalen, die Kämpfer seien weiter in der Stadt. Die Kampfhandlungen dauerten an, Regierungstruppen seien auf der Flucht. Vielen Soldaten und Polizisten seien getötet worden. Die Angaben der Taliban sind jedoch oft übertrieben.

Grossoffensive

Die Extremisten hatten am Montag zentrale Bereiche von Kundus besetzt oder angegriffen. Dabei trafen sie offenbar nur auf wenig Widerstand. Nach Angaben des US-Militärs und von Augenzeugen gab es dabei keine grösseren Gefechte.

Die Taliban feierten ihr Vorrücken als besonderen Erfolg, nachdem es ihnen bereits vor fast genau einem Jahr gelungen war, Kundus kurzzeitig unter ihre Kontrolle zu bringen. Zeitgleich mit dem Angriff auf Kundus hatten die radikalislamischen Taliban auch schwere Offensiven in anderen Landesteilen begonnen.

In der Nachbarprovinz Baghlan hätten sie versucht, die Hauptstadt des Bezirks, Baghlan-e Dschadid, zu stürmen, sagte ein Provinzratsmitglied am Dienstag. Die Autobahn zwischen Kunduz und Baghlan sei blockiert gewesen. In den Gegenden Tschasm-e Schir und Dand-e Ghori habe es ebenfalls schwere Gefechte gegeben. Dort hätten die Taliban drei Sicherheitsposten in ihre Gewalt gebracht.

Nach Informationen von Stammesälteren aus den Bezirken planten die Taliban wohl, auch die Provinzhauptstadt Pul-e Khumri anzugreifen, hiess es weiter.

Vorstoss vor Geberkonferenz

In der schwer umkämpften Südprovinz Helmand hatten die Taliban ebenfalls am Montagmorgen das Zentrum des Bezirks Nawa erobert. Nach Angaben der NATO-Mission Resolute Support vom Dienstagmorgen sei es mittlerweile wieder in Regierungshand. Afghanische Medien berichten über Kämpfe im Bezirk Chanischin.

Zum neuerlichen Vorstoss auf Kundus kam es unmittelbar vor einer zweitägigen Geberkonferenz für Afghanistan, auf der in Brüssel Hilfszusagen in Milliardenhöhe vereinbart werden sollen. Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich seit dem Ende des NATO-Kampfeinsatzes 2014 massiv verschlechtert.

SDA/woz

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