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«Wir haben nicht auf sie gespuckt»

Die Fotos einer israelischen Soldatin mit palästinensischen Gefangenen hat eine Welle der Empörung ausgelöst. Die Soldatin rechtfertigt ihr Verhalten.

«Nichts falsch gemacht»: Eden A. mit einem palästinensischen Gefangenen im Gaza-Streifen.
«Nichts falsch gemacht»: Eden A. mit einem palästinensischen Gefangenen im Gaza-Streifen.
Keystone

Die israelische Soldatin Eden A. hat neben gefangenen Palästinensern posiert und die geschossenen Fotos auf Facebook veröffentlicht. Die Publikation sorgte für eine Welle der Empörung. «Ich habe Todesdrohungen über Facebook erhalten», erklärte Eden A. in einer ersten Stellungnahme auf der israelischen Nachrichtensite «YnetNews».

Sie entschuldige sich bei allen, die sich von den Fotos beleidigt fühlten. Im gleichen Atemzug rechtfertigte sie sich für ihre Aktion: «Tatsächlich habe ich mich um die Gefangenen gekümmert.» Sie habe die Palästinenser immer gut behandelt, sie mit Essen und Getränken versorgt. «Wir haben sie weder beschimpft, noch auf sie gespuckt, geschweige denn sie berührt.»

«Ich müsste ihn mit seinem Namen markieren»

Die publizierten Fotos auf Facebook seien ein Teil ihrer «militärischen Erfahrung» und «harmlos». «Die Leute haben die Angelegenheit aufgeblasen. Ich respektiere alle Menschen. Ich habe meinem Land gedient.»

Den veröffentlichten Fotos gab Eden A. den Titel: «Die Armee, die beste Zeit meines Lebens». Zu einem Bild, auf dem die Soldatin neben einem Palästinenser mit verbundenen Augen posiert, schrieb eine Facebook-Freundin in der Kommentarspalte: «Du siehst ja richtig sexy darauf aus.» Edens Antwort: «Ich frage mich, ob er (der Palästinenser) auch auf Facebook ist. Ich müsste ihn mit seinem Namen markieren.»

Die israelische Armee distanzierte sich vom «beschämenden Verhalten» ihrer Soldatin. Die Aktion sei «hässlich und gefühllos». Von der besten Zeit ihres Lebens mag Eden nicht mehr sprechen: «Die Armee hat mich hängen lassen. Ich wünschte, ich hätte nie in ihr gedient.» Die Fotos wurden im Gaza-Streifen aufgenommen, wo Eden bis vor einem Jahr ihren Militärdienst geleistet hatte.

«Eine vorbildliche Soldatin»

Sie sei überrascht über die heftigen Reaktionen, von Reue will sie aber nichts wissen: «Es ist schon verblüffend, dass so viele Menschen Frieden wollen, und ich bin nun die Person, die alles zerstört. Ich weiss aber, dass ich nichts falsch gemacht habe.» Eden erklärte «YnetNews» weiter, dass sie die Armee von allen Dienstgraden enthoben habe.

«Die Armee ist undankbar. Ich habe mein Leben riskiert und wurde verletzt. Ich war eine vorbildliche Soldatin.» Israels Armee würde sich mit einem solchen Verhalten gegenüber ihren Soldaten in den Dienst der USA stellen: «Sie lässt uns Soldaten schlecht und das Land gut aussehen, nur damit Obama Israel in Ruhe lässt. Wir sind doch nicht einmal ein unabhängiger Staat. Die Leute haben nur schon Angst vor Fotos.»

Rechtliche Konsequenzen unwahrscheinlich

Jawad Amawi, zuständig für die rechtliche Unterstützung palästinensischer Gefangener, hat angekündigt, juristisch gegen die ehemalige Soldatin vorzugehen: «Das Vergehen fand während des Militärdienstes statt. Rückblickend ist die israelische Besatzung an ihrem Verhalten schuld. Es handelt sich dabei um einen Verstoss gegen internationales Recht, und ganz offensichtlich ist es ein Verstoss gegen die Menschenrechte.»

Laut der israelischen Tageszeitung «Haaretz» sind der israelischen Armee die Hände gebunden. Weil Eden A. nicht mehr im Dienst war, konnte sie das Militär nicht davon abhalten, die Fotos auf Facebook zu publizieren. Erst im letzten Jahr hat das Verteidigungsministerium strengere Regeln zur Veröffentlichung von Militärfotos angekündigt. Die Bilder wurden mittlerweile von Facebook entfernt. Doch bis zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Fotos in Windeseile im Netz verbreitet.

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