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Wrack des türkischen Jets geortet

Die Türkei will den Abschuss ihres Kampfjets durch Syrien am Dienstag an einer Nato-Sitzung zur Sprache bringen. Derweil hat die syrische Luftabwehr das Wrack der Militärmaschine ausfindig gemacht.

Nach türkischen Angaben 8,6 nautische Meilen (rund 15,7 Kilometer) vor der syrischen Küste geborgen: Der Helm eines der Unglückspiloten des abgeschossenen F-4-Militärjets. (Undatiertes Handout-Bild, das die türkische Armee am 5. Juli 2012 veröffentlichte)
Nach türkischen Angaben 8,6 nautische Meilen (rund 15,7 Kilometer) vor der syrischen Küste geborgen: Der Helm eines der Unglückspiloten des abgeschossenen F-4-Militärjets. (Undatiertes Handout-Bild, das die türkische Armee am 5. Juli 2012 veröffentlichte)
Reuters
Der Abschuss des türkischen Jets hatte für grosse Spannungen zwischen der Türkei und Syrien gesorgt: Ein F-16-Kampfjet der türkischen Luftwaffe in Adana. (3. Juli 2012)
Der Abschuss des türkischen Jets hatte für grosse Spannungen zwischen der Türkei und Syrien gesorgt: Ein F-16-Kampfjet der türkischen Luftwaffe in Adana. (3. Juli 2012)
Reuters
Angespannte Lage: Ein türkischer Polizist patrouilliert vor der syrischen Botschaft in Ankara. (23. Juni 2012)
Angespannte Lage: Ein türkischer Polizist patrouilliert vor der syrischen Botschaft in Ankara. (23. Juni 2012)
AFP
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Nach dem Abschuss eines türkischen Kampfflugzeugs durch die syrische Luftabwehr ist heute das Wrack geortet worden. Der abgeschossene Jet befinde sich im Mittelmeer in einer Tiefe von rund 1000 Metern, berichtete das türkische Staatsfernsehen.

Die Türkei will die Nato in die Untersuchung des Kampfjet-Abschusses einbeziehen. Seine Regierung werde die Nato-Partner wegen des Vorfalls konsultieren, sagte Aussenminister Ahmed Davutoglu.

Der Nordatlantikrat werde am Dienstag in Brüssel auf Grundlage von Artikel 4 des NATO-Vertrags über den Fall beraten, sagte eine Sprecherin des Bündnisses heute. Bei dem Treffen der 28 Nato-Mitgliedstaaten solle die Türkei über den Abschuss des Flugzeugs Bericht erstatten, fügte sie an.

Davutoglu warf Syrien vor, das türkische Flugzeug in internationalem Luftraum abgeschossen zu haben. Zudem habe es keine Warnung gegeben. Die F-4 «Phantom» habe sich auf einem Ausbildungsflug befunden und keinen Geheimauftrag im Zusammenhang mit den bürgerkriegsähnlichen Unruhen in Syrien gehabt. Die Maschine sei zudem unbewaffnet gewesen.

Kritik aus Grossbritannien

Grossbritannien verurteilte das syrische Vorgehen scharf. Dieser ungeheuerliche Vorfall beunruhige ihn sehr, erklärte Aussenminister William Hague am Sonntag. Seine Regierung stehe für eine robuste Reaktion im UNO-Sicherheitsrat bereit.

Die syrische Flugabwehr hatte die «Phantom» am Freitag abgeschossen. Nach Darstellung der Regierung in Damaskus befand sich die schnell und niedrig fliegende Maschine im syrischen Hoheitsgebiet nur einen Kilometer vor der Mittelmeerküste. Dass es sich um ein Flugzeug aus dem Nachbarland handle, sei erst später erkannt worden.

Radarsystem getestet

Davutoglu warf Syrien Desinformation der türkischen Öffentlichkeit vor. Die Herkunft der «Phantom» sei nicht verschleiert worden, sagte er dem staatlichen Fernsehsender TRT. Er räumte ein, dass die F-4 - wie es gelegentlich geschehe - eine Viertelstunde vor dem Abschuss in den syrischen Luftraum eingedrungen sei, sie deshalb aber nicht vom Nachbarland gewarnt worden sei.

Die Maschine habe ein türkisches Radarsystem testen sollen und sei allein unterwegs gewesen. Dagegen hatten Augenzeugen im Staatsfernsehen gesagt, es seien zwei Jets mit hohem Tempo in Richtung Syrien geflogen, von denen nur einer zurückgekehrt sei.

Ministerpräsident Tayyip Erdogan, der zweimal mit Ministern, Militärs und Geheimdiensten beraten hatte, will am Sonntag auch die wichtigsten Oppositionsparteien informieren.

Ban Ki-moon besorgt

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon hat sich «tief besorgt» über den Abschuss eines türkischen Kampfjets durch die syrische Armee gezeigt. Er sei besorgt über die «möglichen ernsthaften Auswirkungen dieses Vorfalls für die Region», sagte Ban in einem Telefonat mit dem türkischen Aussenminister Ahmet Davutoglu.

Ban begrüsste nach Angaben seines Sprechers Martin Nesirky am Samstag die bisherige Zurückhaltung der Türkei sowie die gemeinsame Suche von türkischen und syrischen Einheiten nach den vermissten türkischen Piloten. Er forderte beide Länder auf, die Situation auch weiterhin diplomatisch anzugehen.

Zugleich bot der UNO-Generalsekretär die Unterstützung der Vereinten Nationen angesichts der «schwierigen Umstände» an. In einem Versuch der Deeskalation hatte die Türkei eingeräumt, der Jet habe vor dem Abschuss am Freitag möglicherweise versehentlich den syrischen Luftraum verletzt.

AFP/sda/kpn/wid

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