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Zähe Aufarbeitung eines Genozids

Der Völkermord in Ruanda überforderte nicht nur die im Bürgerkrieg zerstörte Gerichtsbarkeit des Landes. Auch der Internationale Strafgerichtshof brauchte Jahre, bis er auf Touren kam.

Zeugen vom Horror: Schädel von Genozidopfern in einer Kirche bei Kigali. Foto: Reuters
Zeugen vom Horror: Schädel von Genozidopfern in einer Kirche bei Kigali. Foto: Reuters

Als es bereits zu spät war, reagierte die Internationale Gemeinschaft plötzlich rasch. Wenige Monate nach dem ruandischen Völkermord wurde 1995 in der tansanischen Provinzstadt Arusha der Internationale Strafgerichtshof für Ruanda eingesetzt: ein zeitlich begrenztes Tribunal, das vor allem die ins Ausland geflohenen Drahtzieher des Genozids vor Gericht bringen sollte. Doch die Institution enttäuschte schnell alle Erwartungen. Selbst drei Jahre nach ihrer Gründung war noch kein einziges Urteil gesprochen, dafür häuften sich die Vorwürfe über Mittelverschwendung, Inkompetenz und strategische Richtungslosigkeit der Ankläger des Tribunals.

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