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Zivilisten als menschliche Schutzschilde benutzt

Zahlreiche Menschen starben, als in Nigeria Regierungstruppen und Islamisten aneinandergerieten. Die Kämpfe brachen aus, nachdem Soldaten eine Moschee in einem Fischerdorf umstellt hatten.

Niedergebrannt: Ein junges Mädchen steht vor zerstörten Häusern im nigerianischen Dorf Baga. (21. April 2013)
Niedergebrannt: Ein junges Mädchen steht vor zerstörten Häusern im nigerianischen Dorf Baga. (21. April 2013)
Keystone

Bei einem schweren Gefecht zwischen nigerianischen Regierungstruppen und islamischen Extremisten sind nach amtlichen Angaben vom Sonntag im Norden des Landes mindestens 185 Menschen getötet worden.

Militärsprecher Sagir Musa bestritt heute Montag diese Zahlenangaben. Es sei «undenkbar, von 185 Toten zu sprechen», sagte Musa, der sich selbst auf keine konkrete Zahl festlegen wollte.

Die Kämpfe hätten am Freitag in dem Fischerdorf Baga am Tschadsee begonnen, erst am Sonntag hätten Regierungsbeamte die Zerstörung in Augenschein nehmen können. Ein Sprecher der Kommunalverwaltung, Lawan Kole, teilte mit, es seien bis zum Nachmittag mindestens 185 Leichen gefunden und begraben worden.

Schwere Maschinengewehre und Raketen

Er sprach auf einer Versammlung, an der auch der Gouverneur des Staates Borno, Kashim Shettima, teilnahm. Ein ebenfalls anwesender Brigadegeneral, Austin Edokpaye, bezweifelte die Opferzahl nicht. Die Extremisten hätten schwere Maschinengewehre und Panzerabwehrraketen eingesetzt, nachdem Soldaten eine Moschee umstellt hatten, in der Mitglieder des radikalen Netzwerks Boko Haram vermutet worden seien.

Die Extremisten hätten Zivilpersonen als menschliche Schutzschilde benutzt – Beobachter schlossen daraus, dass Soldaten wissentlich in Viertel gefeuert hätten, in denen sich Zivilpersonen aufhielten. Der Aufstand der Boko Haram begann 2009, seit 2010 sind bei Anschlägen von Extremisten mindestens 1548 Menschen getötet worden. Boko Haram will im gesamten multiethnischen Nigeria die Scharia einführen.

AP/sda/fko

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