Zum Hauptinhalt springen

Zusammenstösse nach Trauerzug

Nach der Bestattung eines zu Tode gefolterten Aktivisten kam es in Ägypten zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Es gab 18 Verletzte, neun Jugendliche wurden verhaftet.

Trauerzug: Angehörige zeigen ein Bild des verstorbenen Aktivisten Mohammed al-Guindi. (4. Februar 2013)
Trauerzug: Angehörige zeigen ein Bild des verstorbenen Aktivisten Mohammed al-Guindi. (4. Februar 2013)
Keystone

Bei Protesten gegen Polizeiwillkür in Ägypten haben sich Demonstranten und die Polizei am Montag erneut heftige Auseinandersetzungen geliefert. In der Stadt Tanta im Nildelta gingen Beamte nach Angaben von Augenzeugen mit Tränengas gegen einen Trauerzug vor.

Dieser habe sich nach der Bestattung des in Polizeigewahrsam gestorbenen Aktivisten Mohammed al-Guindi der Provinzverwaltung genähert. Teilnehmer des Trauerzugs und Einwohner bewarfen die Polizisten mit Steinen, worauf diese mit noch mehr Tränengas antworteten und Schrotgewehre einsetzten.

18 Menschen verletzt

Mindestens 18 Menschen wurden nach Behördenangaben verletzt. Neun Jugendliche wurden laut Polizei festgenommen, nachdem sie ein Einsatzfahrzeug in Brand gesetzt hatten.

Al-Guindi war nach Angaben seiner Partei Volksströmung am Montag «infolge von Folter» durch die Polizei gestorben. Er war Ende Januar nach einer Demonstration gegen die Regierung verschwunden. Seine Anwälte berichteten, der 28-Jährige sei festgenommen, in ein Polizeilager gebracht und gefoltert worden.

Für Empörung sorgten bereits am Wochenende Aufnahmen von einem 50-jährigen Arbeiter, wie er offenbar am Rande von Protesten in der Nähe des Präsidentenpalasts von Polizisten mit Knüppeln verprügelt wurde. Sie rissen ihm die Kleider vom Leib und schleiften ihn dann nackt zu einem Transporter. Aus Protest gegen die Gewalt legte Kulturminister Mohammed Saber Arab am Montag sein Amt nieder.

USA zeigen sich besorgt

Das US-Aussenministerium äusserte sich «extrem besorgt» über die Berichte. Sprecherin Victoria Nuland rief die ägyptische Regierung auf, alle Vorwürfe sorgfältig zu prüfen und die Schuldigen zur Rechenschaft zu ziehen.

Präsident Mohammed Mursi teilte auf Facebook mit, er habe den Generalstaatsanwalt mit der Untersuchung von al-Guindis Tod beauftragt. Eine Rückkehr zu den Menschenrechtsverstössen aus der Zeit des vor zwei Jahren gestürzten Machthabers Hosni Mubarak dürfe es nicht geben.

SDA/chk

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch