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Zwei Tote bei Protesten in Kairo

Zum zweiten Mal in dieser Woche ist es in Ägypten zu blutigen Strassenschlachten gekommen. Bei Protesten gegen den Obersten Militärrat wurden gestern zwei Menschen getötet, 130 weitere verletzt.

Gegen die Machtausübung durch das Militär protestiert: Ein ägyptischer Demonstrant wird in Kairo von den Sicherheitskräften festgehalten.
Gegen die Machtausübung durch das Militär protestiert: Ein ägyptischer Demonstrant wird in Kairo von den Sicherheitskräften festgehalten.
AFP

Knapp drei Wochen vor der Präsidentschaftswahl in Ägypten haben am Freitag Tausende gegen den Obersten Militärrat protestiert. Sie forderten eine rasche Machtübergabe der Militärs an eine zivile Regierung sowie die Entlassung von Übergangsministerpräsident Kamal al-Gansuri.

Aufgebrachte Kundgebungsteilnehmer warfen in Kairo Steine gegen die Soldaten. Das Militär setzte Wasserwerfer ein. Zwei Personen kamen ums Leben, 130 wurden verletzt. Das staatliche Fernsehen übertrug Bilder der Ausschreitungen in Kairo. Auch in Alexandria gingen die Menschen auf die Strasse.

Muslimbrüder riefen zu Protesten auf

Zur Protestaktion hatten unter anderem die Muslimbrüder aufgerufen, die im ägyptischen Parlament die grösste Fraktion bilden. Einige Demonstranten erklärten, sie wollten zum Verteidigungsministerium marschieren, um dort zu protestieren. Die Generäle hatten am Donnerstag vor Protesten vor dem Ministerium gewarnt, das sie als «eines der Symbole der Nation» bezeichneten.

Im Stadtteil vor dem Verteidigungsministerium war es schon diese Woche zu blutigen Strassenschlachten zwischen Demonstranten und Schlägertrupps gekommen. Die Polizei hatte erst sehr spät eingegriffen. Nach offiziellen Angaben starben neun Zivilisten.

Versprechungen des Militärrats

Die Ägypter sollen am 23. Mai einen Nachfolger für den im Februar 2011 zurückgetretenen Präsidenten Hosni Mubarak wählen, der inzwischen in Kairo vor Gericht steht. Der Militärrat hatte nach seinem Abgang die Machtbefugnisse des Präsidenten übernommen.

Er hat versprochen, sich nach der Präsidentenwahl aus der Politik zurückzuziehen, hat aber bisher mit seinen Taten in Ägypten den Eindruck verfestigt, dass er das Gegenteil tun wird.

SDA/fko

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