«Ich möchte eine arme Kirche für die Armen»

Papst Franziskus verriet, weshalb er sich nach dem heiligen Franz von Assisi benannte. Der brasilianische Kardinal Claudio Hummes spielte dabei eine entscheidene Rolle.

Erste Amtshandlungen: Papst Franziskus im Vatikan.  (16. März 2013)

Erste Amtshandlungen: Papst Franziskus im Vatikan. (16. März 2013)

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Der neue Papst Franziskus hat die Katholiken in aller Welt aufgerufen, sich für die Armen einzusetzen. «Ich möchte eine arme Kirche und eine Kirche für die Armen», sagte der 76-Jährige bei einem Empfang für Medienvertreter im Vatikan. Deshalb habe er sich auch nach dem heiligen Franz von Assisi benannt.

Franziskus erinnerte noch einmal an die bewegendsten Momente im Konklave, das ihn zum Papst bestimmt hatte. Als die Stimmenzahl die erforderliche Zweidrittel-Mehrheit erreicht habe, habe sein Freund, der brasilianische Kardinal Claudio Hummes, ihn umarmt und gesagt: «Vergiss die Armen nicht».

In diesem Augenblick sei auch die Idee des Namens in ihm wach geworden: Franziskus, ein Mann der Demut und Einfachheit. Darüber hinaus stehe er aber auch für die Liebe zur Schöpfung, was gerade heute wichtig sei, wo die Menschen vielfach keine gute Beziehung zur Natur hätten. Franziskus stehe zudem für den Frieden.

Tausende Medienvertreter aus aller Welt nahmen an der Audienz teil und empfingen das Oberhaupt von 1,2 Milliarden Katholiken mit Applaus. «Ich danke Euch für alles, was ihr geleistet habt», sagte Franziskus.

Hunderte Meter lange Warteschlange

Bei strahlendem Sonnenschein aber kühlen Temperaturen herrschte ein Riesenandrang zu der Audienz. Zeitweise warteten Journalisten in einer Hunderte Meter langen Schlange auf Einlass. Im italienischen Fernsehen war von 5000 Teilnehmern die Rede. Fragen von Journalisten waren dabei nicht vorgesehen.

Am Sonntag spricht der neue Papst aus Argentinien sein erstes Angelus-Gebet. Dazu werden Zehntausende Gläubige auf dem Petersplatz erwartet.

Am Dienstag wird der Pontifex Maximus feierlich ins Amt eingeführt. Erste Staatsgäste reisten dafür bereits an. Insgesamt werden Delegationen aus rund 100 Ländern und Hunderttausende Pilger erwartet. Auch Aussenminister Didier Burkhalter will nach Rom reisen.

Papst trifft Vorgänger

Eine aussergewöhnliche Begegnung steht in einer Woche in Castel Gandolfo bevor. Dann will Franziskus seinen Vorgänger Benedikt XVI. treffen, wie der Vatikan ankündigte. Bergoglio und Joseph Ratzinger kommen dazu in der Papstresidenz bei Rom am nächsten Samstag zusammen, wo auch ein gemeinsames Mittagessen geplant ist.

Franziskus reise mit dem Helikopter nach Castel Gandolfo, wo Ratzinger seit seinem Rücktritt als Papst am 28. Februar vorübergehend lebt.

Ratzinger hatte angekündigt, die Unterlagen zum «Vatileaks»-Skandal um Machenschaften im Vatikan nur seinem Nachfolger zugänglich zu machen. Vatikan-Beobachter schlossen daraus, dass die Inhalte brisant sein dürften. In dem Skandal geht es Medienberichten zufolge angeblich um Korruption, Intrigen und sexuelle Ausschweifungen. (kle/sda)

Erstellt: 16.03.2013, 13:52 Uhr

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