Papstexperten und Buchmacher setzen auf Italiener oder Brasilianer

In Rom beginnt das Konklave. Angelo Scola und Pedro Scherer gelten als Favoriten für die Papstnachfolge.

Werden als Topkandidaten gehandelt: Odilo Pedro Scherer, Erzbischof von São Paulo (l.) und Angelo Scola, Erzbischof von Mailand.

Werden als Topkandidaten gehandelt: Odilo Pedro Scherer, Erzbischof von São Paulo (l.) und Angelo Scola, Erzbischof von Mailand. Bild: Keystone

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Heute am späten Nachmittag werden die 115 wahlberechtigten Kardinäle in der Sixtinischen Kapelle zum ersten Wahlgang schreiten. Geht es nach den führenden italienischen Vatikanexperten, ist der Mailänder Erzbischof Angelo Scola der Favorit für die Nachfolge von Benedikt XVI. Gemäss der Zeitung «La Repubblica» kann der 71-Jährige nach den mehrtägigen Beratungen des Vorkonklaves bereits mit 40 der 77 nötigen Stimmen rechnen. Vatikanist Andrea Tornielli glaubt, dass ihm sowohl die amerikanischen als auch die europäischen Kardinäle ihre Stimme geben werden. Die starke 28-köpfige italienische Fraktion möchte nach zwei Ausländern unbedingt den neuen Papst stellen.

Intellektuell beschlagen, pastoral erfahren, durchsetzungsfähig und gesundheitlich robust, soll der Mailänder Oberhirte und frühere Patriarch von Venedig das Format eines Papstes haben. Der einstige Professor, der Ende der 70er-Jahre den jungen Silvio Berlusconi in die Philosophie einführte, ist bestens vernetzt und hat über seine Stiftung Oasis gute Kontakte zur islamischen Welt.

Wettbüros sehen Scola vorne

Auf Platz zwei hinter Scola sehen die italienischen Zeitungen den 63-jährigen Erzbischof von São Paulo, Odilo Pedro Scherer. Von 1994 bis 2001 in der vatikanischen Bischofskongregation tätig, könne er auf die Stimmen der Kurienkardinäle zählen. Der deutschstämmige Brasilianer gehört zu den offeneren unter den durchwegs konservativen Purpurträgern. Im Toto-Papa wird auch Marc Ouellet (68) genannt, der frankokanadische Kardinal an der Spitze der Bischofskongregation. Scherer wie Ouellet gelten auch als mögliche Anwärter für das zweitwichtigste Amt des Kardinalstaatssekretärs – unter Papst Angelo Scola. Sie müssten ihm helfen, die zerstrittene Kurie zu reformieren.

Sowohl bei Grossbritanniens grösstem Wettanbieter William Hill als auch dem irischen Wettbüro Paddy Power liegt Angelo Scola an erster Stelle. Gefolgt allerdings nicht von Scherer, sondern vom ghanaischen Kandidaten Peter Turkson. Der islamkritische und homophobe Kardinal wäre der erste schwarze Papst.

Erstellt: 12.03.2013, 06:15 Uhr

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