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Das Konklave beginnt

115 Kardinäle haben sich zum Konklave in die Sixtinische Kapelle zurückgezogen. Weil es kein verstorbenes Kirchenoberhaupt zu betrauern gibt, entfällt diesmal das grosse emotionale Pathos «zwischen den Päpsten».

Das erste Konklave zur Papstwahl fand 1241 statt. Seit 1870 treffen sich die Kardinäle in der Sixtinischen Kapelle. Es beginnt zwischen dem 15. und 20. Tag nach dem Tod – oder diesmal nach dem Rücktritt – des Papstes. Im Bild: Start des Konklave am 18. April 2005.
Das erste Konklave zur Papstwahl fand 1241 statt. Seit 1870 treffen sich die Kardinäle in der Sixtinischen Kapelle. Es beginnt zwischen dem 15. und 20. Tag nach dem Tod – oder diesmal nach dem Rücktritt – des Papstes. Im Bild: Start des Konklave am 18. April 2005.
L'Osservatore Romano, Keystone
1 Petersdom2 Sixtinische Kapelle3 Loggia4 Domus Sanctae Marthae, Unterkunft der Kardinäle
1 Petersdom2 Sixtinische Kapelle3 Loggia4 Domus Sanctae Marthae, Unterkunft der Kardinäle
TA-Infografik
Der neue Papst spricht von der Loggia des Petersdoms den Segen «Urbi et orbi» («Der Stadt und dem Weltkreis»).
Der neue Papst spricht von der Loggia des Petersdoms den Segen «Urbi et orbi» («Der Stadt und dem Weltkreis»).
TA-Infografik
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Alles ist bereit. Die Sixtinische Kapelle wurde in ein Wahllokal verwandelt – der kostbare Cosmaten-Fussboden abgedeckt, einfache Tische und Kirschholzstühle für die 115 Kardinäle aufgestellt, der berühmte Ofen an den Kamin angeschlossen. Genau genommen sind es sogar zwei, einer zum Stimmzettelverbrennen, der andere zur Erzeugung von schwarzem oder weissem Rauch unter Verwendung von Chemikalien. Die Rauchzeichen sollen das einzige Mittel zur Kommunikation mit der Aussenwelt bleiben, deshalb gibt es für die Kardinäle sogar eine Leibesvisite. Die Sixtina wurde auf Wanzen untersucht, die hoch angesetzten Fenster verdunkelt – der Handyempfang funktionierte durch die dicken Mauern sowieso noch nie besonders gut. Wer trotzdem irgendwie mit der Welt draussen redet, dem droht die Exkommunikation. Von den Reinigungskräften bis zu den Nonnen, die die Kardinalsunterkunft Domus Sanctae Marthae betreiben, mussten alle striktes Schweigen geloben.

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