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Schwarze Liste von Papst-Kandidaten

Missbrauchsopfer klagen öffentlich zwölf mögliche Papst-Nachfolger an. Sie werfen ihnen verharmlosende Äusserungen zum Thema Missbrauch in der katholischen Kirche vor.

Zwölf von ihnen stehen auf einer Schwarzen Liste: Kardinäle in Rom. (6. März 2013)
Zwölf von ihnen stehen auf einer Schwarzen Liste: Kardinäle in Rom. (6. März 2013)
Reuters

Opfer von sexuellem Missbrauch durch katholische Geistliche haben eine Schwarze Liste möglicher Kandidaten für das Amt des Papstes veröffentlicht. Die vorgestellte Liste enthält die Namen von zwölf Kandidaten für die Nachfolge von Benedikt XVI., denen verharmlosende Äusserungen zum Thema Missbrauch in der katholischen Kirche oder das Inschutznehmen pädophiler Geistlicher vorgeworfen wird.

Zudem sprach sich die US-Organisation Netzwerk der Überlebenden von Missbrauch durch Priester (SNAP) gegen die Wahl eines Mitglieds der römischen Kurie zum neuen Papst aus. «Nach unserer Überzeugung hat kein derzeitiger Vatikan-‹Insider› den Willen, wirklich reinen Tisch im Vatikan oder anderswo zu machen», sagte SNAP-Vorstand David Clohessy.

«Wenig Kindesmissbrauch in Afrika»

Der als aussichtsreicher Kandidat für den Heiligen Stuhl geführte Kardinal Peter Turkson aus Ghana wurde wegen seiner Behauptung auf die Schwarze Liste gesetzt, es gebe nur wenig Kindesmissbrauch durch Kleriker in Afrika, weil Homosexualität dort nicht toleriert werde.

Kardinal Dominik Duka aus Tschechien wurde für seine Äusserung kritisiert, nur zehn Prozent der Vorwürfe gegen Priester seien bewiesen. Kardinal Tarcisio Bertone aus Italien kam auf die Liste, weil er die hohe Zahl von Fällen des sexuellen Kindesmissbrauchs auf eine «homosexuelle Infiltration» des Klerus' zurückführte.

Bekannte Kinderschänder geschützt

Drei US-Bischöfe wurden auf die Liste gesetzt, weil sie Gemeindemitglieder nicht vor bekannten Kinderschändern schützten und Reformbemühungen unterliefen. Auf der Liste stehen zudem Kardinäle aus Mexiko, Honduras, Australien, Kanada und Argentinien.

Die katholischen Prälaten müssten «aufhören zu behaupten, dass mit Blick auf sexuellen Missbrauch durch Kleriker und Vertuschung das Schlimmste vorüber ist», fordert SNAP-Vorstand Clohessy. «Tragischerweise liegt das Schlimmste so gut wie sicher noch vor uns.» Die ganze Wahrheit über den «weitverbreiteten, lang dauernden und tief verwurzelten» Missbrauch müsse in vielen Ländern erst noch aufgedeckt werden.

(AFP)

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