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Rotwein, Sperma, Bademäntel: #MeToo aus dem EU-Parlament

Jahrelang hörte Jeanne Ponté von sexuellen Übergriffen im Brüsseler Machtzirkel. Und schrieb alles auf. Chronik eines unbeachteten Skandals.

Die Verfasserin des «Kleinen Hefts für Notizen über Sexismus im Europaparlament»: Jeanne Ponté, Assistentin des französischen Abgeordneten Edouard Martin. Foto: Julia Sellmann
Die Verfasserin des «Kleinen Hefts für Notizen über Sexismus im Europaparlament»: Jeanne Ponté, Assistentin des französischen Abgeordneten Edouard Martin. Foto: Julia Sellmann

Von Jeanne Pontés Notizbuch erfuhr die Welt im vergangenen Jahr nur zufällig. Es war ein Nebensatz ihres Chefs, der sie ins Zentrum der #MeToo-Bewegung rückte. Édouard Martin erwähnte ihr Notizbuch im Interview mit einem ostfranzösischen Lokalradio: Seine Mitarbeiterin führe seit Jahren Buch über sexuelle Übergriffe im EU-Parlament. Ponté hatte damit angefangen, nachdem ihr im Juli 2014 ein deutscher Abgeordneter nach einer Sitzung den Weg versperrt, sie an der Taille gepackt und gesagt hatte, er wolle mit ihr Kaffee trinken. Mehr als fünfzig sexuelle Übergriffe auf sie und ihre Kolleginnen hatte sie bis dahin protokolliert, von Hintern-Grapschen bis Vergewaltigung.

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