Die Schweiz und 121 weitere Staaten stimmen für Atomwaffen-Verbot

Am UN-Hauptsitz haben 122 Staaten ein umfassendes Atomwaffenverbot beschlossen. Die Atommächte enthielten sich – sie hatten bereits die Verhandlungen boykottiert.

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Mehr als 120 UNO-Mitglieder haben ein Abkommen zum Verbot von Atomwaffen beschlossen. Die Vereinbarung hat aber weitgehend nur symbolische Bedeutung. Dennoch sprach das IKRK von einer «historischen Etappe». Auch die Schweiz hat für das Verbot gestimmt.

Die neun bekannten Atommächte, darunter die fünf UNO-Vetomächte USA, Russland, China, Grossbritannien und Frankreich, hatten die Verhandlungen boykottiert. Auch die meisten NATO-Staaten beteiligten sich nicht an den Gesprächen, darunter Deutschland.

Druck auf Atommächte

Für das Abkommen stimmten am Freitag in New York 122 Länder, es gab eine Gegenstimme von den Niederlanden und eine Enthaltung. Das Abkommen sieht ein vollständiges Verbot der Entwicklung und Lagerung von Atomwaffen sowie der Androhung ihres Einsatzes vor.

Mit dem Beschluss wollen die Unterstützer Druck auf die Atommächte für eine Abrüstung ausüben. Die Initiative für das Abkommen war unter anderem von Österreich, Neuseeland und Brasilien ausgegangen.

Erfolg für die Menschheit

An den Verhandlungen war auch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) beteiligt. IKRK-Präsident Peter Maurer sprach nach Annahme des Abkommens von einer «historischen Etappe» und einem wichtigen Erfolg für die Menschheit.

Das Abkommen sei der entscheidende Ausgangspunkt zur künftigen Beseitigung von Atomwaffen. Diese seien zu lange die einzigen Massenvernichtungswaffen gewesen, die durch internationales Recht nie ausdrücklich verboten worden seien, wurde Maurer in einem IKRK-Communiqué zitiert.

(mch/sda)

Erstellt: 07.07.2017, 21:57 Uhr

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