Venezuelas Präsident verleiht Putin Friedenspreis

Am selben Tag der Vergabe des Friedensnobelpreises provoziert der venezolanische Präsident mit der Ernennung Putins zum «Kämpfer für den Frieden».

Umstrittene Auszeichnung Putins: Maduro bei der Unterzeichnung von Energieverträgen mit Spanien und Russland. (7. Oktober 2016).

Umstrittene Auszeichnung Putins: Maduro bei der Unterzeichnung von Energieverträgen mit Spanien und Russland. (7. Oktober 2016). Bild: Prensa Miraflores/Keystone

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Venezuelas Präsident Nicolás Maduro sorgt mit der Vergabe eines von ihm neu ins Leben gerufenen Preises für Wirbel. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, verkündete er im Staatsfernsehen, dass der erste «Hugo-Chávez-Preis für Frieden und Souveränität» an den russischen Staatschef Wladimir Putin gehen soll.

Bei der Enthüllung einer Statue für seinen 2013 verstorbenen Vorgänger Chávez erklärte der Präsident seinen Entscheid dadurch, dass Putin als «Kämpfer für den Frieden» diese Auszeichnung verdient habe. Der Preisträger soll eine Miniatur der Statue erhalten.

Eiszeit zwischen Russland und den USA

Mit dieser Aktion tritt Maduro in die USA-feindlichen Fussstapfen seines Vorgängers Chávez, dessen Regime elf Jahre andauerte und durch seinen Tod beendet wurde. Eine Beweihräucherung Putins oder Russlands wird zwingend als Provokation der USA gedeutet. Denn nach einer kurzweiligen Besserung des bilateralen Verhältnisses nach dem Kalten Krieg herrscht zwischen USA und Russland bereits wieder Eiszeit.

Die beiden Grossmächte haben nicht nur ihre Syrien-Gespräche abgebrochen, sondern werfen sich gegenseitig die Nichteinhaltung des vereinbarten Waffenstillstands vor. Die neuste Auseinandersetzung bahnt sich bereits an. Die USA beschuldigt seinen Gegner, sich mittels Hackerangriffen in den amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf einzumischen.

Fortsetzung von Chávezs Anti-US-Politik

In seiner politischen Ausrichtung zu Russland folgt Maduro dem Weg des selbsternannten Marxisten Chávez, der stets die Nähe zu sozialistisch organisierten Staaten wie Kuba oder China suchte. Und die Stellung der USA in der Region herausforderte, indem er sich mit den US-Präsidenten anlegte. So hat Maduro erst gestern dem US-Botschafter in Venezuela vorgeworfen, «kriminelle und terroristische Aktionen» gegen das südamerikanische Land zu planen.

Die provozierende Preisvergabe geschah am selben Tag wie jene des renommierten Friedensnobelpreises. Dieser ging an Maduros Pendant in Kolumbien, Präsident Juan Manuel Santos. Der Preis soll die Bemühungen des Staatschefs um einen Frieden mit der Rebellengruppe Farc honorieren.

Venezuela steckt mittlerweile in einer schweren Wirtschaftskrise. Eine rasant wachsende Inflation und die tiefe Rezession führen zu einer Versorgungsknappheit, die droht, ausser Kontrolle zu geraten. Dies führt zur stetigen Stärkung der Opposition der sozialistischen Politik des Landes. (sep/sda)

Erstellt: 08.10.2016, 19:33 Uhr

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