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Am Kap der Hoffnungslosigkeit

In den illegalen Camps Nordfrankreichs leben Flüchtlinge lieber monatelang unter menschenunwürdigen Bedingungen, als Asyl zu beantragen. Ein Blick ins Innere.

MeinungVon Stefania Telesca, Grande-Synthe und Calais
Im Flüchtlingslager von Grande-Synthe, dem kleinen Bruder des «Dchungels», lebten Anfang Jahr knapp 2500 Menschen. Darunter auch 200 Kinder.
Im Flüchtlingslager von Grande-Synthe, dem kleinen Bruder des «Dchungels», lebten Anfang Jahr knapp 2500 Menschen. Darunter auch 200 Kinder.
Philippe Huguen, AFP
Um sich warm zu halten, machen die Bewohner des Camps Feuer.
Um sich warm zu halten, machen die Bewohner des Camps Feuer.
Yves Herman, Reuters
Prekäre hygienische Verhältnisse und das Klima verursachen bei den Flüchtlingen Atemwegserkrankungen.
Prekäre hygienische Verhältnisse und das Klima verursachen bei den Flüchtlingen Atemwegserkrankungen.
Etienne Laurent/ EPA
«Ärzte ohne Grenzen» finanzieren mit 2,5 Millionen Euro ein neues Camp, das die humanitären Mindestanforderungen erfüllt.
«Ärzte ohne Grenzen» finanzieren mit 2,5 Millionen Euro ein neues Camp, das die humanitären Mindestanforderungen erfüllt.
Michel Spingler, Keystone
Nach anfänglichem Misstrauen bezogen am Montag die ersten Flüchtlinge die Holzhäuschen im neuen Camp in Grande-Synthe.
Nach anfänglichem Misstrauen bezogen am Montag die ersten Flüchtlinge die Holzhäuschen im neuen Camp in Grande-Synthe.
Thibault Vandermersch/ EPA
Das als «Dschungel» bekannt gewordene Flüchtlingslager von Calais wird seit einer Woche geräumt.
Das als «Dschungel» bekannt gewordene Flüchtlingslager von Calais wird seit einer Woche geräumt.
Yoan Valat/ EPA
Die Räumung artete am ersten Tag in Gewalt aus, Flüchtlinge zündeten aus Protest die Behausungen an.
Die Räumung artete am ersten Tag in Gewalt aus, Flüchtlinge zündeten aus Protest die Behausungen an.
Yves Herrmann, Reuters
Ein Flüchtling trägt während der Räumung des «Dschungels» seinen Besitz aus dem Lager hinaus.
Ein Flüchtling trägt während der Räumung des «Dschungels» seinen Besitz aus dem Lager hinaus.
Pascal Rossignol, Reuters
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Die Schuhe verschwinden im Sumpf. Menschliche Exkremente häufen sich in einer Pfütze, daneben steht ein durchnässtes Trekkingzelt. Plastikteller mit Reisresten liegen herum, Regenwürmer, ein ertränktes Stofftier. Eine Zweijährige mit Schnuller steht im Eingang ihres Zeltes und schaut zu.

So sieht aus im illegalen Flüchtlingscamp von Grande-Synthe, einer Kleinstadt im Norden Frankreichs. Seit September leben auf dem 15 Fussballfelder grossen Gelände zwischen Autobahn und Wohnquartieren überwiegend kurdische Flüchtlinge aus dem Nordirak. Ende Dezember zählten Hilfsorganisationen 2500 Menschen, darunter 200 Kinder. Der Standort liegt günstig: Der Eurotunnel und der Hafen von Calais sind nur 40 Kilometer entfernt. Denn die Flüchtlinge haben alle das gleiche Ziel: den Ärmelkanal zu überqueren, um nach Grossbritannien zu gelangen.

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