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Boris Johnson wird Vater – und Grossbritannien rätselt

Baby schlägt Virus: Carrie Symonds erwartet ein Kind von Boris Johnson und hat sich mit dem Premierminister verlobt. Der will für sich behalten, wieviele Kinder er bereits hat.

Erwarten Nachwuchs: Boris Johnson und Carrie Symonds.
Erwarten Nachwuchs: Boris Johnson und Carrie Symonds.
Keystone

Das Virus kommt. Den Briten ist mulmig zumute. Ihrem eh schon kriselnden Nationalen Gesundheitswesen fehlt es an Geld und Personal. Unterdessen steht ganzen Landstrichen in Wales und in Nordengland das Wasser bis zum Hals nach den jüngsten Stürmen. Und Boris Johnson, der just seinen Schatzkanzler verloren hat, muss fürchten, dass ihm nun auch seine skandalumwitterte Innenministerin abhanden kommt.

Aber wen kümmerts? Am Sonntag dominierte das Bild eines glücklichen Premiers, der seine Partnerin Carrie Symonds auf die Wange küsst, die Zeitungs-Frontseiten in Grossbritannien. Denn Carrie erwartet ein Kind von Boris. Im Juni soll es so weit sein. Vorher wird, wie es nun heisst, noch Hochzeit gefeiert. Verlobt hat sich das Paar offenbar Ende letzten Jahres, während eines schön langen Winterurlaubs auf der karibischen Insel Mustique.

«Unglaublich gesegnet»

Vielleicht hätte man es ja wissen sollen, nachdem Johnson vor zwölf Wochen einen «Brexit Baby Boom», einen Anstieg der Geburtenrate post Brexit, prophezeite. Nun tragen er und seine «Künftige» als gute Vorbilder selbst zu diesem Boom bei.

Sie fühle sich «unglaublich gesegnet», liess Symonds am Wochenende alle Welt wissen. Prompt füllte die Mail on Sunday sechs Seiten mit «der exklusiven Inside-Story ihrer Liebe». Die Sun feierte Symonds frohe Kunde geradezu als „Sensation“ und gratulierte dem Prime Minister, indem sie ihn zum «Pram Minister», also zum Regierungschef mit Kinderwagen, ernannte. Obwohl wenig Aussicht darauf besteht, dass Boris Johnson diesen Pram jemals schieben wird.

«Meine Kinder stehen nicht zur Wahl»

Gebührendes Interesse fand bei geschichtsbewussten Briten, dass der 55-jährige Johnson der erste Regierungschef seit 250 Jahren ist, der sich im Amt verehelicht. Carrie Symonds, die diesen Monat 32 wird, ist die erste unverheiratete Partnerin eines Premiers in No 10 überhaupt.

Etwas warten muss die Hochzeit allerdings, weil Johnson momentan noch verheiratet ist. Erst vorige Woche, nach der Regelung aller finanziellen Angelegenheiten, erhielt seine (zweite) Ehefrau Marina Wheeler die Genehmigung, die Scheidung von ihrem abgedrifteten Gatten einzureichen. Sie hat vier Kinder mit Johnson, von denen das älteste gerade mal fünf Jahre jünger ist als die neue Verlobte des Premiers.

Wieviele Kinder Boris Johnson insgesamt hat: Das zu enthüllen, weigert er sich freilich hartnäckig. Nach fünf bekannt gewordenen ausserehelichen Affären des rastlosen Politikers kalkuliert man in London, dass Carrie Symonds kommendes Baby «mindestens das sechste» Johnson-Kind sein wird. Möglicherweise sind es aber auch sieben oder mehr. Wieviel genau, gehe niemanden was an, erklärte der Premier noch im Wahlkampf im Dezember: «Ich liebe meine Kinder ungemein – aber sie stehen hier nicht zur Wahl.»

Opposition schiesst gegen Johnson

Seine Parteigänger hoffen jedenfalls, dass der werdende Vater sich trotz seines kunterbunten Privatlebens in Zukunft wieder mehr um die Tagespolitik kümmern wird. Die Opposition hat Johnson schon als «Teilzeit-Premier» abgetan. Im Januar, während der Irankrise, weigerte er sich, aus Mustique vorzeitig nach London zurück zu kehren. Und im Februar nistete er sich, statt Flutkastrophen-Opfer zu besuchen, mit Carrie auf einem südenglischen Landsitz ein. Gesehen hat man ihn sehr selten seit Jahresbeginn.

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