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Das Mindestmass an Solidarität

EU-Korrespondent Stephan Israel über die Nato-Doppelstrategie.

Es klingt nach Säbelrasseln. Die Nato setzt wieder auf Abschreckung und markiert im Baltikum und in Polen mit vier Kampfbataillonen Präsenz. Das ist Teil der Doppelstrategie der Militärallianz gegenüber Russland. Gleichzeitig setzt die Allianz gegenüber Moskau auf Dialog. Schon diesen Mittwoch will sie beim Treffen des Nato-Russlandrats nach Wegen der Entspannung suchen.

Die Doppelstrategie ist ein Kompromiss, der auf die unterschiedlichen Sensibilitäten im Bündnis Rücksicht nimmt. Wenn die Führung in Moskau sich nun empört zeigt und vor einer Eskalation warnt, ist das heuchlerisch. Als Russland 2008 in Georgien einmarschierte, war der Westen noch rasch wieder zur Tagesordnung übergegangen. Das war ein Fehler. Durch die Passivität des Westens ermutigt, hat Russland 2014 völkerrechtswidrig die ukrainische Krim annektiert und den Osten der Ukraine destabilisiert. Die Nato hat gar keine andere Wahl, als zu reagieren und ihr Dispositiv anzupassen.

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