Das sind die korruptesten Länder der Welt

Wo die Behörden besonders käuflich sind – und wie die Schweiz im internationalen Vergleich abschneidet.

Auch die Schweiz ist nicht korruptionsfrei: Ein Mann läuft mit seinem Aktenkoffer auf der Strasse.

Auch die Schweiz ist nicht korruptionsfrei: Ein Mann läuft mit seinem Aktenkoffer auf der Strasse. Bild: Keystone

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180 Länder hat Transparency International für seinen neuen Corruption Perceptions Index (CPI) untersucht. Mehr als zwei Drittel davon erreichten nicht einmal die Hälfte der möglichen Punkte. Zudem konnte ein Grossteil der Länder nur wenig oder keinen Fortschritt verzeichnen.

Der CPI misst die Wahrnehmung der Korruption im öffentlichen Sektor, also bei den staatlichen Behörden. Dazu wertet Transparency International Studien und Analysen von Fachpersonen aus Wirtschaft und Wissenschaft aus. Am schlechtesten schneiden dieses Jahr der Südsudan und Syrien mit je 13 sowie Somalia mit lediglich 10 Punkten ab.

Die Schweiz hat sich bezüglich der Korruption im öffentlichen Sektor im vergangenen Jahr weder verbessert noch verschlechtert. Sie belegt im neuen Korruptionsranking von Transparency International mit 85 von 100 möglichen Punkten unverändert Platz 3.

Diesen Rang teilt sie sich mit Finnland, Schweden und Singapur, wie Transparency International Schweiz heute mitteilte. Überflügelt wurden diese Länder nur noch von Neuseeland (87 Punkte) und Dänemark (88 Punkte), das neu an der Spitze des CPI steht.

Der Index 2018 bestätige damit erneut, «dass in keinem Land – auch nicht in der Schweiz – der öffentliche Sektor korruptionsfrei ist», heisst es in der Mitteilung. Selbst in der Spitzengruppe bleibe die Bewertung klar unter den Maximalwerten. Die Schweiz verfehle diese um teilweise über 20 Prozent.

«Die Schweiz weist erhebliche Mängel auf insbesondere bei der Korruption in der Privatwirtschaft und im Sport.»Martin Hilti, Transparency International Schweiz

Die Korruption im Privatsektor wird vom Bericht nicht erfasst. Genau dort bestehe aber in der Schweiz Handlungsbedarf, sagt der Geschäftsführer von Transparency International Schweiz, Martin Hilti: «Die Schweiz weist erhebliche Mängel auf insbesondere bei der Geldwäscherei-Bekämpfung, dem Schutz von Whistleblowern oder bei der Korruption in der Privatwirtschaft und im Sport.»

Schweizer Banken seien immer wieder in Geldwäscherei verstrickt. Als Beispiele nennt der Transparency-Bericht Skandale um den malaysischen Regierungsfonds 1MDB, den brasilianischen Baukonzern Odebrecht oder den brasilianischen Ölkonzern Petrobras. Die Daten für die Erhebung des Korruptionsrankings 2018 stammen hauptsächlich aus dem Jahr 2017. Unberücksichtigt bleiben damit etwa die jüngsten Ereignisse im Zusammenhang mit umstrittenen Auslandreisen von Amtspersonen (Stichwort: Pierre Maudet) oder Spesenexzesse.

Im weltweiten Vergleich stehen die westeuropäischen Staaten am besten da. Sie erreichen im Schnitt 66 von 100 Punkten. Norwegen erreichte mit 84 Punkten Rang 7, die Niederlande Platz 8 (82 Punkte). Deutschland belegte zusammen mit Grossbritannien Rang 11 (80 Punkte), Frankreich Platz 21 (72 Punkte).

Von den amerikanischen Staaten schneidet Kanada auf Rang 9 mit 81 Punkten am besten ab, gefolgt von den USA auf Rang 22 (71 Punkte). Die USA haben im Vergleich zum Vorjahr vier Punkte verloren. Der Bericht macht geltend, die Gewaltenteilung sei unter Druck geraten und beklagt eine «Erosion der ethischen Normen auf den höchsten Stufen der Macht» – eine direkte Kritik an der Regierung Trump.

(wig/sda)

Erstellt: 29.01.2019, 08:28 Uhr

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