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Der Wartsaal

Der Mailänder Hauptbahnhof ist ein Sammelpunkt für Flüchtlinge, die in den Norden wollen – und ein Symbol für das Scheitern der europäischen Migrationspolitik.

Spricht man sie auf ihre Pläne an, antworten alle, sie wollten in den Norden: Flüchtlinge im Mailänder Hauptbahnhof. Foto: Olivier Morin (AFP, Getty Images)
Spricht man sie auf ihre Pläne an, antworten alle, sie wollten in den Norden: Flüchtlinge im Mailänder Hauptbahnhof. Foto: Olivier Morin (AFP, Getty Images)

In einer Halle des Mailänder Hauptbahnhofs warten die Neuankömmlinge des Tages auf den Entscheid, ob sie noch einen Schlafplatz in einem Heim erhalten: Flüchtlinge aus Eritrea, Syrien, Somalia, dem Sudan, Ghana oder Afghanistan – junge Männer zumeist, aber auch Familien mit Kindern.

Es ist zehn Uhr abends, die Migranten sitzen in Gruppen zusammen, gehen hinaus auf die Piazza Duca d’Aosta, um zu rauchen oder in die Nacht zu starren. Die Halle ist weitläufig und hoch, Stimmen und Geräusche widerhallen in ihr, als wäre es eine Kathedrale. Milano Centrale, der Mailänder Bahnhof, in der Belle Epoque entworfen und unter Benito Mussolini eingeweiht, ist ein Gebäude im Stile römischer Monumentalarchitektur.

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