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«Die Angstmacher werden nicht gewinnen»

«Das ist ein Land mit einer demokratischen Kultur und starken christlichen Wurzeln»: Italiens Premierminister Paolo Gentiloni.

Italien wächst endlich wieder – aber wächst die Wirtschaft genug stark?

Dennoch: Ein Rückstand bleibt.

Heisst es das nicht schon seit Jahrzehnten?

. . . auf sehr hohem Niveau.

Passt das auch zu den Wahlversprechen, die man gerade hört? Am 4. März finden in Italien Parlamentswahlen statt, und fast alle Parteien hinterfragen die 3-Prozent-Regel beim Defizit.

Und wie steht es um die Banken?

«Und dann steht da noch ein Elefant im Raum, der zurzeit jeden Wahlkampf prägt in Europa: das Migrationsthema.»

Wenn das Bild so schön ist, ist es nicht erstaunlich, dass Ihre Partei, der Partito Democratico, bei den Umfragen so schlecht dasteht – bei knapp 23 Prozent?

Aber die lassen sich wohl nicht mehr addieren: liberale Linke gegen linke Linke.

Das hat man nach dem Anschlag in Macerata beobachten können: Dort hat ein Rassist auf Einwanderer geschossen. Wie kam es, dass die extreme Rechte die Debatte monopolisieren konnte?

Warum schafft es die Rechte trotzdem, mit diesem Thema so viel Stimmung zu machen?

Italien fühlt sich alleingelassen von seinen EU-Partnern, wenn es um die Aufnahme von Migranten geht. Bezahlt die Linke auch dafür, dass sie es nicht geschafft hat, mehr Solidarität zu erwirken?

«Es gibt in der Bevölkerung ein Bedürfnis nach mehr Sicherheit. Und dem müssen wir uns stellen.»

Viel gebracht hat das nicht. Das Umsiedlungsprogramm ist ein Flop, an den Grenzen zu Österreich, der Schweiz und Frankreich wird fast wie früher kontrolliert. Wie geht Italien damit um?

Sie sprechen Österreich an?

In Italien bläst vor allem die Lega ins Feuer . . .

Schaut man auf die Umfragen, scheint ausgeschlossen zu sein, dass einer der drei Blöcke für sich allein eine Parlamentsmehrheit gewinnt. Was passiert dann in Italien?

«Es ist ausgeschlossen, dass sich Italien eine Regierung gibt, die alle Fundamente des Landes umgräbt.»

Das hört sich nach Propaganda an.

Für den sehr wahrscheinlichen Fall, dass Ihr Lager keine Mehrheit erreicht: Wären Sie dann bereit, mit den Stimmen von Silvio Berlusconis Forza Italia zu regieren?

In Brüssel hofft man auf eine solche Grosse Koalition der gemässigten Kräfte – für ein stabiles, europafreundliches Italien. Die Alternative wäre ja, dass . . .

Unmöglich, dass die rechtsextreme Lega und die Protestbewegung Cinque Stelle zusammen die Regierung stellen?

Im Ausland ist immer gern die Rede von «italienischen Verhältnissen», wenn es mal chaotisch zugeht bei der Regierungsbildung oder beim Schmieden von Allianzen. Schmerzt das Klischee?

Geschult wurden die Italiener in der Kultur der bewegten Ersten Republik mit ihren vielen Regierungen . . .

«In der Politik ist nichts vergänglicher ist als Popularität.»

Kann es sein, dass es deshalb so ruhig ist an den Finanzmärkten?

Wie erklären Sie sich, dass Ihre Partei eher an Gunst verliert, während Ihre eigene Beliebtheit gleichzeitig steigt?

Es gibt Szenarien, in denen Sie Premier bleiben. Auch in einer möglichen Grossen Koalition.