Die Königin belügt man nicht

Schottische Richter legen nahe, dass Boris Johnson die Queen angeschwindelt hat. Selbst für konservative Brexit-Freunde ein Sakrileg.

Wurde die Queen von Boris Johnson in die Irre geführt? Dokumente legen das offenbar nahe.

Wurde die Queen von Boris Johnson in die Irre geführt? Dokumente legen das offenbar nahe. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Jetzt kommt es richtig dick für Boris Johnson. Er hat ja schon im Kampf mit dem Parlament eine Niederlage nach der anderen einstecken müssen, aber dass nun erstmals ein Gericht gegen ihn entscheidet, ist ein schwerer Schlag für den britischen Premier.

Da hilft es auch nicht, dass es in seiner Tory-Fraktion heisst, die schottischen Richter, welche die fünfwöchige Zwangspause des Unterhauses als «illegal» bezeichnen, seien voreingenommen, weil Schottland ja gegen den Brexit sei. Und es hilft auch der triumphierende Verweis auf ein anderes Urteil in London nicht, das positiv für Johnson ausgegangen war: Die Richter hatten sich letztlich für unzuständig erklärt. Nun muss Johnson hoffen, dass das Oberste Gericht ihn raushaut. Aber der Schaden ist bereits immens.

Schon bisher hatte niemand Johnsons fadenscheinige Begründung geglaubt, das Unterhaus müsse fünf Wochen schliessen, damit er die Regierungserklärung vorbereiten kann. Das war ein zu durchsichtiges Manöver mit dem Ziel, seine Brexit-Pläne durchzusetzen. Das Gericht in Schottland hat am Mittwoch auch gesagt, vorliegende Unterlagen legten nahe, er habe die Queen in die Irre geführt. Die Queen zu belügen – das ist in Grossbritannien ein Sakrileg. Das mögen auch konservative Brexit-Freunde nicht. Dieser Premier ist untragbar.

Erstellt: 12.09.2019, 10:46 Uhr

Artikel zum Thema

Urteil bringt Boris Johnson in Bedrängnis

Ein hohes Gericht hat die Zwangspause des britischen Parlaments für illegal erklärt. Die Opposition fordert nun die sofortige Wiedereinberufung. Mehr...

Diese Auswege bleiben Johnson

Die Briten und mit ihnen ganz Europa spekulieren, wie der Premierminister aus dem Brexit-Dilemma kommen will. Mehr...

Boris Johnson wollte gar nie verhandeln

Kommentar Als wäre nicht alles schon wirr genug gewesen, hat sich die britische Regierung unter Premier Johnson geradezu fatal verstrickt. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Paid Post

Hoher Blutdruck: Senken Sie das Risiko

Ein zu hoher Blutdruck kann gefährlich werden. Vor allem, wenn er lange nicht erkannt wird. Die jährliche Blutdruckmessung in der Rotpunkt Apotheke hilft mit, die Risiken zu senken.

Kommentare

Blogs

Geldblog So riskant ist die Osram-Übernahme für AMS
Sweet Home Willkommen im Weihnachtswunderland

Die Welt in Bildern

Ein Märchen aus Lichtern: Zum ersten Mal findet das Internationale Chinesische Laternenfestival «Fesiluz» in Lateinamerika, Santiago de Chile statt. Es dauert bis Ende Februar 2020. (3. Dezember 2019)
(Bild: Alberto Walde) Mehr...