Das Multikulti-WC

Die westlichen Toiletten sind für Flüchtlinge ungewohnt. In Deutschland soll deshalb ein spezielles Flüchtlingsklo auf den Markt kommen.

Lässt keine Möglichkeiten aus: Modell einer Flüchtlingstoilette.

Lässt keine Möglichkeiten aus: Modell einer Flüchtlingstoilette. Bild: TUUH/Sabine Schober

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Die hiesigen Gepflogenheiten, auch jene beim Gang aufs stille Örtchen, sorgen bei den Flüchtlingen manchmal für Verwirrung. Gemäss einem Bericht der «Frankfurter Allgemeinen» sei besonders für muslimische Flüchtlinge das deutsche Toilettensystemen absolutes Neuland.

So stünden manche auf den Toilettenrand, der eigentlich zum Sitzen vorgesehen ist, oder verrichteten ihre Notdurft irgendwo im Häuschen – nur nicht in der Toilette selbst. Auch mit dem zur Verfügung gestellten Toilettenpapier wüssten viele nichts anzufangen.

Sitzen, hocken oder stehen

Die Benutzung einer Toilette variiert je nach Land und Kultur so stark, dass in Deutschland die Entwicklung einer Multikulti-Toilette veranlasst wurde. Laut Bericht haben sich dafür Ralf Otterpohl, Leiter des Instituts für Abwasserwirtschaft und Gewässerschutz an der Technischen Universität in Hamburg, und Global Fliegenschmidt, Hersteller von Mobiltoiletten aus Coswig in Sachsen-Anhalt, zusammengetan.

Das neue Klo-Modell eigne sich sowohl zum Sitzen als auch zum Hocken, rechts und links der Klobrille sind Fusstritte angebracht. Beim Sitzen könne zusätzlich die Fusshöhe manuell verstellt werden. Ein grösserer Sammeltank soll ausserdem dafür sorgen, dass die Toilette weniger oft geleert werden muss.

Humus aus Fäkalien

Doch Otterpohl hat weiterführende Ziele mit dem neuartigen Klo: Die Fäkalien sollen nicht einfach weggespült, sondern für die Wiederaufbereitung gesammelt werden. Mittels Laktosefermentation sollen dereinst die menschlichen Abfälle zu Humus verarbeitet werden können. Bis ein solches System vor der Realisierung stehe, sei es allerdings noch ein langer Weg. (kat)

Erstellt: 02.02.2016, 13:09 Uhr

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