Hochverrat – oder auch nicht

In den kommenden Tagen wird bekannt, gegen wen und aus welchem Grund der US-Sonderermittler Robert Mueller in der Russlandaffäre Anklage erhebt.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Russland und Donald Trump – bisher ist das vor allem viel Rauch und wenig Feuer. Bekannt ist, dass enge Mitarbeiter und Familienangehörige des heutigen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika zweifelhafte Kontakte mit Personen hatten, die auf die eine oder andere Weise mit der Kreml-Führung oder einer anderen russischen Machtinstitution verbandelt waren.

Unbekannt ist allerdings, zu welchem Zweck und mit welchem Ergebnis. Arbeitete Trump tatsächlich wissentlich mit Moskau zusammen, um die Demokratin und ehemalige Aussenministerin Hillary Clinton zu besiegen? Man kann das glauben, wenn man mag, oder vermuten. Aber man kann es nicht wissen. Einen echten Beweis gibt es bislang jedenfalls nicht.

Hochverrat oder Hexenjagd?

Nach einem Beweis zu suchen, sofern er denn existiert, ist die Aufgabe von Robert Mueller. Der frühere FBI-Chef soll als Sonderermittler genau diese eine Frage klären – arbeitete Trump mit Moskau zusammen? Ist die Antwort ja, wäre das Hochverrat. Ist die Antwort nein, dann hätte Donald Trump recht: Das ganze Gerede über Kollusion käme einer Hexenjagd gegen ihn gleich.

Das ist der Massstab, den man anlegen sollte, wenn in den kommenden Tagen bekannt wird, gegen wen und aus welchem Grund Mueller Anklage erhebt. Ob irgendein Trump-Unterling bei der Vernehmung gelogen oder seine Nebeneinkünfte nicht ordentlich deklariert hat, ist zweitrangig. Entscheidend ist, was Donald Trump getan hat – und ob er Präsident ist, weil Moskau nachgeholfen hat.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 29.10.2017, 22:22 Uhr

Artikel zum Thema

Mueller erhöht den Druck

In die Aufklärung der Russlandaffäre kommt Bewegung: US-Sonderermittler Robert Mueller hat eine erste Anklage erhoben. Mehr...

Clinton finanzierte Teile von Trumps Russland-Akte

Donald Trump werden unzulässige Absprachen mit Russland vorgeworfen. Das Wahlkampfteam Clintons soll Recherchen dazu finanziell unterstützt haben. Mehr...

Knapp und mit russischer Hilfe

Eine CNN-Recherche zeigt, dass gerade in knappen US-Bundesstaaten gezielt Facebook-Werbung gegen Trumps Rivalin Clinton gespielt wurde. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Paid Post

Bis zu 20 Prozent Krankenkassenprämie sparen

Mit dem neuen Grundversicherungsmodell KPTwin.easy sparen Sie bis zu 20 Prozent Prämie und eine Menge Zeit.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Polizei in Rosa: Demonstranten bewarfen die Ordnungshüter in Nantes (Frankreich) mit Farbe. (16. November 2017)
(Bild: Stephane Mahe) Mehr...