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In China inhaftierter Uigure erhält Vaclav-Havel-Preis

Der Europarat zeichnet Menschen aus, die für die Menschenrechte kämpfen. Ilham Tohti teilt sich den Preis mit einer Balkan-Initiative.

Sitzt lebenslänglich in Haft: Der uigurische Wissenschaftler Ilham Tohti in der Zentralen Nationalitäten-Universität in Peking auf einer Archivaufnahme aus dem Jahr 2009. (Archivbild) Bild: Elizabeth Dalziel/AP
Sitzt lebenslänglich in Haft: Der uigurische Wissenschaftler Ilham Tohti in der Zentralen Nationalitäten-Universität in Peking auf einer Archivaufnahme aus dem Jahr 2009. (Archivbild) Bild: Elizabeth Dalziel/AP

Der Vaclav-Havel-Preis des Europarats geht in diesem Jahr an den inhaftierten uigurischen Wissenschaftler Ilham Tohti sowie die Jugendinitiative für Menschenrechte (YIHR), die sich für Aussöhnung und Frieden auf dem Balkan einsetzt.

Das verkündete die Präsidentin der Abgeordnetenversammlung des Europarats, Ständerätin Liliane Maury Pasquier (SP/GE), am Montag in Strassburg.

Tohti setzt sich für eine Verbesserung der Situation der uigurischen Minderheit in China ein. Er war 2014 wegen Separatismus zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Regierung in Peking hatte mit dem Vorwurf, der Europarat unterstütze Terrorismus, auf seine Nominierung als Kandidat für den Vaclav-Havel-Preis reagiert. Tohti gilt auch als Kandidat für den Friedensnobelpreis.

Stellvertretend für den Laureaten bedankte sich der Präsident der Ilham-Tohti-Initiative, Enver Can, bei den Parlamentariern für die Auszeichnung. «Der Preis wird ihm helfen, hinter Gittern zu überleben und den Kampf gegen die Unterdrückung des Volks der Uiguren fortzuführen», sagte Can. Die Auszeichnung gebe allen Uiguren Hoffnung.

Die Initiative YIHR strebt seit ihrer Gründung 2003 die Aussöhnung auf dem Balkan an, indem sie junge Menschen auf dem Balkan aus verschiedenen ethnischen Gruppen, Regionen und Ländern zusammenbringt. Das Wiederaufleben ethnischer Konflikte soll so verhindert werden.

YIHR-Aktivist Ivan Djuric warnte im Plenarsaal der Abgeordnetenversammlung vor dem Risiko erneuter Gewalt in der Region, das weiterhin gross sei: «Stellen Sie sich nicht taub gegenüber dem Geräusch von Kriegstrommeln auf dem Balkan», sagte der Serbe.

Der 2013 geschaffene und mit 60'000 Euro dotierte Preis ist nach dem 2011 verstorbenen tschechischen Ex-Präsidenten und früheren Dissidenten Vaclav Havel benannt.

(SDA)

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