Kommen Trump und Kim in der Schweiz zusammen?

Der US-Präsident und Nordkoreas Machthaber wollen sich zum Gespräch treffen. Wo, steht derzeit zwar noch nicht fest, die Schweiz wäre aber durchaus eine Option dafür.

Überraschende Einladung: Kim Jong-un will sich mit Donald Trump treffen.

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Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un überraschte am Donnerstag alle mit seiner Einladung an US-Präsident Donald Trump zum Gespräch. Es wäre das erste Treffen zwischen den Staatsoberhäuptern der beiden Länder und eines der Wichtigsten der jüngsten Geschichte. Noch vor Ende Mai soll es stattfinden. Die grosse Frage ist nun: Wo?

Spekuliert wird über die Möglichkeit, dass Kim Jong-un nach Washington reisen könnte oder Donald Trump in die nordkoreanische Hauptstadt Pyongyang. Denkbar wäre auch eine Zusammenkunft in Südkorea, China oder Japan, allenfalls auch in der demilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea. Oder in Trumps Privatresort Mar-a-Lago in Florida.

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Mögliches Treffen zwischen Trump und Kim: Das ist ...





UNO-Sitz in Genf als Treffpunkt

«The Guardian» bringt sogar die Idee eines «Ship Summits» ins Spiel – eines Treffens auf hoher See wie 1989 zwischen George Bush und Michail Gorbatschow. Für die britische Tageszeitung wäre es aber auch denkbar, dass das historische Gipfeltreffen auf neutralem Boden in der Schweiz stattfinden könnte. Konkret im europäischen Hauptsitz der Vereinten Nationen in Genf.

Für Roland Rino Büchel (SVP), Mitglied und bis Ende 2017 Präsident der aussenpolitischen Kommission (APK) des Nationalrates, wäre es durchaus eine Option, dass die Schweiz Terrain anbietet, auf dem die Gespräche «in einem sicheren Rahmen» stattfinden könnten. «Dazu ist aber kein marktschreierisches Anbiedern notwendig. Dass die Schweiz sich als neutrales Land ausgezeichnet als Ort für solche Treffen eignet, ist weltweit bekannt», sagt er auf Anfrage.

«Es ist weltweit bekannt, dass sich die Schweiz als neutrales Land ausgezeichnet als Ort für solche Treffen eignet. Dazu ist kein marktschreierisches Anbiedern notwendig.»Roland Rino Büchel, SVP-Nationalrat

Falsch wäre es laut Büchel, wenn die Schweiz nun den Eindruck vermitteln würde, sich in diesen Dialog einmischen zu wollen. «Einen Mediator brauchen die beiden Staatsmänner nicht. Sie sind ja bereits zu Gesprächen bereit.»

Schweiz war schon dreimal Gastgeberin

Ob die Zusammenkunft von Trump und Kim tatsächlich auf Schweizer Boden stattfinden wird, ist derzeit ungewiss. «Die Schweiz ist mit allen beteiligten Parteien im Gespräch», sagt Carole Wälti, Sprecherin des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA). Es sei an ihnen zu entscheiden, ob, wann und wo sie Gespräche führen wollen. Das Angebot der Schweiz sei aber bestens bekannt, so Wälti.

Tatsächlich fungierte die Schweiz bereits dreimal als Gastgeberin für Treffen zwischen den USA und Nordkorea in Genf. Damals wie nun auch ging es bei den Gesprächen unter anderem um die Denuklearisierung Nordkoreas. Die Schweiz engagiert sich seit Jahren im Rahmen der Friedensförderung und der humanitären Hilfe in der Volksrepublik Korea und steht seit 2003 in regelmässigem Dialog mit Nordkorea. Sie ist Mitglied der Neutralen Überwachungsorganisation NNSC (Neutral Nations Supervisory Commission), die sich für die Verhütung von Feindseligkeiten auf der Koreanischen Halbinsel einsetzt.

Kim Jong-un sprach Berndeutsch

Abgesehen von den diplomatischen Verbindungen Nordkoreas zur Schweiz hat Kim auch persönliche Erinnerungen an das Land: Der nordkoreanische Machthaber verbrachte einen Teil seiner Jugend Liebefeld-Quartier zwischen Bern und Köniz. Zu jener Zeit habe er sogar ziemlich gut Berndeutsch gesprochen.

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Ob es die beiden Staatsmänner tatsächlich auf neutralen Schweizer Boden ziehen wird, muss sich noch weisen. Die Sprecherin des Weissen Hauses liess vorerst nur verlauten, dass Trump die Einladung zum Treffen mit Kim Jong-un «an einem Ort, der noch zu bestimmen ist» annimmt. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 09.03.2018, 11:51 Uhr

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