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Die verstörende Gewaltbereitschaft in der US-Gesellschaft

Massenerschiessungen durch weisse, christliche Männer standen unter dem psychologischen Schutz des Eigenen. Bis jetzt.

Gewalt ist politisch. Nicht die Gewalt als solche, diese ist in den meisten Fällen nur stumpf. Politisch sind die Reaktionen darauf. Wer kennt sie nicht, die Gefühle, die aufsteigen, wenn die nächste tödliche Gewalttat über die Newskanäle tickert: Wer war Täter? Was war das Motiv? Es sind die Antworten auf diese Fragen, die ganz wesentlich die Reaktion bestimmen. Selten liess sich dies so gut beobachten wie in den vergangenen Tagen.

Erst aktivierte der grausame Tod eines Kindes durch einen eritreischen Täter am Frankfurter Bahnhof die politische Rechte. Nur einen Nachrichtenzyklus später hat der blindwütige Anschlag eines weissen Amerikaners mit 20 Toten in El Paso die politische Gegenseite auf den Plan gebracht. Was zunächst wie ein politisches Spiegelbild wirkt, ist es höchstens zur Hälfte.

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