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Organe aus der Todeszelle

Offiziell wollen die chinesischen Behörden keine hingerichteten Gefangenen mehr als Organspender verwenden. Menschenrechtler aber glauben: China macht weiter wie bisher. Das stellt auch den Westen vor Probleme.

Töten und Ausschlachten (gestelltes Bild von Kritikern der chinesischen Regierung). Foto: Adel Berry (AFP)
Töten und Ausschlachten (gestelltes Bild von Kritikern der chinesischen Regierung). Foto: Adel Berry (AFP)

Für einmal war es eine gute Nachricht, die zu Jahresbeginn um die Welt ging: China stellt die Organentnahme bei hingerichteten Häftlingen ein. Ab sofort sollten nur noch «Bürgerspenden» verpflanzt werden – Organe, die freiwillig vermacht wurden –, teilte Chinas staatliche Organspendekommission mit.

Die Ankündigung ist weit herum begrüsst worden. Sie würde eine Praxis beenden, die westliche Mediziner und Menschenrechtsorganisationen seit 20 Jahren anprangern. 1994 berichtete Human Rights Watch erstmals von der systematischen Ausweidung hingerichteter Strafgefangener in China. In den letzten Jahren ist das Geschehen von der chinesischen Regierung in seinen Grundzügen bestätigt worden. 90 Prozent der postmortalen Organspenden in China stammten von Hingerichteten, schrieb 2011 etwa der damalige stellvertretende Gesundheitsminister Huang Jiefu im britischen Fachjournal «The Lancet».

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