Trump-Regierung will 700'000 Armen die Sozialleistungen kürzen

Die Demokraten sprechen von einem «grausamen» Schritt zu Beginn der Weihnachtszeit.

Nicht mehr genug Geld für Lebensmittel: Ein Pfarrer kümmert sich in Minneapolis um eine obdachlose Frau.

Nicht mehr genug Geld für Lebensmittel: Ein Pfarrer kümmert sich in Minneapolis um eine obdachlose Frau. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

US-Präsident Donald Trumps Regierung wird schätzungsweise 700'000 armen Amerikanern eine wichtige Sozialleistung kürzen. Die Demokraten warnen, dass viele der Betroffenen daher schon bald nicht mehr genug Geld haben werden, um genug Lebensmittel zu kaufen.

Trumps republikanische Regierung hingegen verweist auf die niedrige Arbeitslosigkeit, die es den Menschen ermögliche, selbst ein Einkommen zu erwirtschaften. Konkret geht es um ein Programm, das rund 36 Millionen Amerikaner jeden Monat beim Kauf von Lebensmitteln unterstützt.

Der neuen Regelung der Regierung zufolge sollen künftig gesunde Erwachsene, die keine Kinder haben, die Unterstützung verlieren, wenn sie nach drei Monaten noch nicht mindestens 20 Stunden pro Woche arbeiten. Bislang konnten die Bundesstaaten diese strenge Regelung für wirtschaftlich schwächere Gebiete zeitweise aussetzen.

«Das effektivste Programm gegen Hunger»

Der führende Demokrat im Senat, Chuck Schumer, nannte die Neuregelung am Mittwoch «grausam» und warnte, dass sie viele Menschen «in den Hunger treiben könnte, und das am Beginn der Weihnachtszeit». Die Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, verurteilte den Schritt der Regierung, das für viele lebenswichtige und «effektivste Programm gegen den Hunger» zu beschneiden.

Landwirtschaftsminister Sonny Perdue hingegen betonte, die Regelung werde dazu beitragen, Menschen von der Sozialhilfe zurück in den Arbeitsmarkt zu bringen. Die Änderung entspreche einem Gesetz von 1996, das den Bezug von Lebensmittelhilfe auf drei Monate begrenzte, sagte er weiter.

Schätzungen zufolge werden rund 700'000 Menschen ihre Unterstützung verlieren. Die Regierung arbeitet Medienberichten zufolge noch an weiteren Änderungen, die dann insgesamt drei Millionen Menschen ausschliessen sollen. Durchschnittlich bekamen die Empfänger der Hilfe 2018 jeweils knapp 126 US-Dollar monatlich. (sda/red)

Erstellt: 05.12.2019, 07:31 Uhr

Artikel zum Thema

First Lady stellt sich erbost vor Sohn Barron

Eine Professorin erwähnte den Sohn von US-Präsident Donald Trump während der Impeachment-Anhörung. Das kam bei Melania Trump nicht gut an. Mehr...

«Wenn das kein Impeachment verdient, was dann?»

Vor dem Kongress sagen angesehene Juristen aus, Donald Trump habe in der Ukraine-Affäre gegen die Verfassung verstossen. Doch es gibt auch Widerspruch. Mehr...

Trump bezeichnet Macrons Kritik als «sehr beleidigend»

Frankreichs Präsident hatte das Verteidigungsbündnis als «hirntot» bezeichnet. Der US-Präsident findet die Äusserung respektlos. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Newsletter

Der ideale Start in den Tag

Sie wollen täglich die besten Beiträge aus der Redaktion?
Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter «Der Morgen».

Die Welt in Bildern

Bis die Reifen qualmen: Ein irakischer Biker kämpft sich mit seiner Maschine durch eine Strassensperre, die Demonstranten in Najaf errichtet haben. Sie protestieren gegen die aktuelle Regierung. (20. Januar 2020)
(Bild: Alaa al-Marjani) Mehr...