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«Wir müssen mit dem 22. Juli leben»

Die Norweger gedenken eine Woche nach den verheerenden Anschlägen ihrer Toten. Als erstes Todesopfer wurde die 18-jährige Bano Rashid beigesetzt.

Stunde der Aufarbeitung: Während die Polizei die Untersuchungen auf der Insel Utöya langsam abschliesst, gedenken die Norweger im ganzen Land den Toten des Attentats. (Video: Reuters)

«Heute ist es eine Woche her, dass Norwegen vom Bösen getroffen wurde», sagte der norwegische Ministerpräsident Jens Stoltenberg auf einer Gedenkveranstaltung im Volkshaus in Oslo. «Wir müssen mit dem 22. Juli leben, doch zusammen werden wir es schaffen», sagte er auf einer mit roten Rosen geschmückten Bühne. Zudem fanden die ersten Trauerfeiern für einige der Getöteten statt.

In der Osloer Polizeizentrale verhören Ermittler zum zweiten Mal ausführlich den Attentäter Anders Behring Breivik zur Ermordung von 76 Menschen vor einer Woche.

Der 32-Jährige wurde am Morgen unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen in einem gepanzerten schwarzen Jeep von der Haftanstalt Ila in die norwegische Hauptstadt gebracht.

Erstes Opfer beerdigt

Als erstes Opfer des Massakers wurde die 18-jährige Bano Rashid am Mittag in Nesodden südlich von Oslo beerdigt. Die Tochter einer kurdischen Zuwandererfamilie gehört zu den 68 jungen Menschen, die der Attentäter bei einem sozialdemokratischen Jugendlager auf der Insel Utöya tötete.

Breivik wollte nach Angaben seines Verteidigers vor einer Woche noch weitere Terroranschläge ausführen. Der Anwalt Geir Lippestad sagte am Freitag in der Zeitung «Aftenposten»: «Er hatte an diesem Freitag noch mehrere Pläne in unterschiedlicher Grössenordnung.»

Diese seien «genau so konkret» gewesen wie die Bombe im Osloer Regierungsviertel und das Massaker auf Utya. Konkret nannte der Anwalt Breiviks Absicht, zwei weitere Gebäude «zu bombardieren».

Der Attentäter hatte am vergangenen Freitag um 15.26 Uhr direkt vor dem Osloer Regierungs-Hochhaus eine Autobombe detonieren lassen, durch die acht Menschen starben. Zwei Stunden später begann er auf der 40 Kilometer entfernten Insel Utøöya mit einem Massaker an Teilnehmern eines sozialdemokratischen Jugendlagers. Er tötete dort bis zu seiner Festnahme 68 Menschen.

dapd/bru

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