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Über eine Million Zentralafrikaner auf der Flucht

Die Flüchtlingsströme reissen nicht ab: In der Zentralafrikanischen Republik flieht jeder Fünfte vor den Gefechten zwischen muslimischen Rebellen und der christlichen Miliz.

Allein in den letzten zwei Wochen wurden 200'000 Menschen vertrieben: Zivilisten warten auf den Bus, um die umkämpfte Hauptstadt Bangui zu verlassen. (30. Dezember 2013)
Allein in den letzten zwei Wochen wurden 200'000 Menschen vertrieben: Zivilisten warten auf den Bus, um die umkämpfte Hauptstadt Bangui zu verlassen. (30. Dezember 2013)
AFP

In der Zentralafrikanischen Republik sind wegen der Kämpfe zwischen muslimischen Rebellen und christlichen Milizen fast eine Million Menschen auf der Flucht. Das ist ein Fünftel der Bevölkerung.

Allein in den vergangenen zwei Wochen seien durch die Gewalt 200'000 Menschen vertrieben worden, teilte das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) in Genf mit.

Die muslimische Rebellengruppe Séléka hatte im März die Macht an sich gerissen, zahlreiche Menschen getötet und massenweise geplündert. Als Reaktion darauf bildeten Christen Milizen. Die Stationierung von 1600 französischen und fast 4000 afrikanischen Soldaten hat die Gewalt kaum eindämmen können.

Auswirkungen auch auf Nachbarländer

In der vergangenen Woche hat sich die Zahl der Menschen, die auf dem Gelände des Flughafens in der Hauptstadt Bangui Zuflucht suchen, auf 100'000 verdoppelt. Dort gibt nicht genügend Wasser und Lebensmittel. Hilfsorganisationen kommen nur schwer zu den Notleidenden durch, weil in der Nähe gekämpft wird.

Es herrschten Angst und Chaos, sagte ein UNHCR-Sprecher in Genf. Eine Verteilung von Hilfsgütern sei nicht möglich. «Es ist eine schreckliche Situation.» Es gebe Berichte über Racheakte, Bewaffnete seien in Krankenstationen eingedrungen und hätten Patienten angegriffen.

Auch auf das Nachbarland Tschad wirken sich die Kämpfe aus. Die dortige Regierung brachte die Bewohner der Grenzregion in Sicherheit. Viele von ihnen rücken ins Visier der Christen-Milizen, die ihnen vorwerfen, mit der muslimischen Séléka verbündet zu sein.

SDA/czu

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