Palins Kirche mit Extremisten verstrickt

Neue Enthüllungen über Sarah Palin: Die Freikirche der republikanischen Kandidatin für das Vizepräsidentenamt unterstützt evangelikale Endzeit-Propheten.

In Kreuzfeuer der Kritik: Freikirchlerin Sarah Palin.

In Kreuzfeuer der Kritik: Freikirchlerin Sarah Palin. Bild: Keystone

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Das kleine US-Städtchen Wasilla kommt seit Sarah Palins Nominierung zur Kandidatin für das Vizepräsidentenamt nicht aus den Schlagzeilen. Diesmal ist es wieder die evangelische Freikirche «Wasilla Assembly of God», die für Aufregung sorgt: Die Kirche von Palin soll laut der Webzeitung Huffington Post mit der Propheten-Bewegung «Dritte Welle des Heiligen Geists» verstrickt sein.

Das Ziel dieser Radikal-Evangelikalen ist klar: «Unsere Endzeit-Armee hat nur einen Sinn: Für das Königreich Gottes Boden zu gewinnen», wie es auf der Homepage eines Predigers heisst. Die «Dritte Welle» – der Hunderte Freikirchen angehören – trainiert zu diesem Zweck auch Jugendliche, die als «Joel-Armee» auf das Ende der Welt warten, um die Herrschaft der Christen über die «Ungläubigen» zu erkämpfen. Ihre Mission leiten sie aus dem alttestamentarischen Buch Joel ab: Sie vergleichen sich mit dem biblischen Heuschreckenschwarm, der über Israel herfällt. Die «Dritte Welle» ist sogar Freikirchen-Hardlinern zu radikal: Die grösste evangelikale Gemeinschaft in den USA, die «Assemblies of God», brandmarkt die Propheten als Ketzer.

Hexenaustreiber und Propheten-Konferenzen

Einer der Endzeit-Anhänger in Sarah Palins Kirche ist der Pastor Ed Kalnins. Er pflegt laut Huffington Post engen Kontakt zur Morningstar-Kirche – einer führenden Kirche der «Dritten Welle». Zudem ist der Prediger Thomas Muthee mehrmals in Palins Kirche aufgetreten: Muthee beansprucht für sich, die sozialen Probleme in einem kenianischen Dorf gelöst zu haben – durch Hexenaustreibung. An Palins «Wasilla Assembly of God» können Studenten sich auch mit der Theologie der Dritten Welle bekannt machen. Die Freikirche bietet eine dreijähriges Studium an – mit folgenden Inhalten: Weissagung, Gebete, Bibelexegese, Autorität und Führung.

Palins Kirche war bereits letzte Woche in die Kritik geraten. Am 17. August soll der umstrittene Pastor David Brickner, Gründer der Gruppe «Juden für Jesus», eine antijüdische Rede in der Kirche gehalten haben. Dabei sagte er unter anderem, Attentate auf Israeli seien das Strafgericht Gottes für diejenigen Juden, die das Christentum nicht annehmen wollten. Unter den Zuhörern sass auch Sarah Palin, wie ihr Pastor bestätigte. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 08.09.2008, 12:58 Uhr

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