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Falsche Theresa May fordert Entschuldigung von Trump

Theresa Schrivener ist zu einer Berühmtheit geworden, weil der US-Präsident die falschen Twitter-Knöpfe gedrückt hat. Nun hofft sie, dass ihm das nicht auch mit Nordkorea passiert.

Donald Trump schlägt nach seinem fragwürdigen Retweet verbal um sich. Video: Tamedia/Reuters

Zum Glück gibt es den Iren Gerard Brady. Sonst wäre ja kaum zu glauben, dass der US-Präsident Donald Trump in der Nacht zu Mittwoch die völlig falsche Theresa May angepöbelt hat. Die britische Regierung hatte zuvor gewagt, Trump dafür zu massregeln, dass er rechtspopulistische und islamfeindliche Propaganda-Videos der ultrarechten Partei Britain First an seine gut 44 Millionen Follower weitergeleitet hat. Das sei «falsch» gewesen, erklärte der Sprecher der britischen Premierministerin Theresa May.

Trump mag es nicht, wenn er öffentlich in die Ecke gestellt wird. Auf Twitter schoss er zurück: «Theresa May, konzentrieren Sie sich nicht auf mich, konzentrieren Sie sich auf den destruktiven, radikalen, islamischen Terrorismus, der im Vereinigten Königreich agiert. Uns geht's gut!»

Die erste, die originale Version des Tweets richtete Trump allerdings nicht an die britische Premierministerin. Sondern an eine Theresa Scrivener aus Bognor Regis, einem Seebad am Ärmelkanal in West Sussex. Scrivener führt einen Twitter-Account unter @TheresaMay. May ist ihr zweiter Vorname. Der Twitter-Account der Premierministerin lautet @Theresa_May.

Das war wohl zu komplex für den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Er entschied sich, seine beissende Botschaft an die Dame aus West Sussex zu senden. Erst später wurde der Tweet korrigiert.

Gerard Brady aus Irland hat vom originalen Tweet vorher noch ein Bildschirmfoto angefertigt und es ebenfalls in die Welt getwittert. Versehen mit dem netten Kommentar, dass das Beste an der Geschichte ja wohl sei, dass eine Frau mit dem Namen Theresa May Scrivener und ihren bis dahin sechs Followern eine diplomatische Korrespondenz des US-Präsidenten erhalten habe.

Wer in aller Welt ist Theresa Scrivener?

Aber wer in aller Welt ist Theresa May Scrivener? Auf Twitter ist nicht viel über sie zu erfahren. Ihr Account war bisher geschützt und nur für ausgewählte Nutzer einsehbar. Sie ist seit Februar 2009 auf Twitter, hat in der Zeit aber nur neun Tweets abgesetzt. Trump ist seit März 2009 auf Twitter, kommt aber auf über 36 000 Tweets.

Jetzt hat sich Scrivener gegenüber dem britischen Sender BBC geäussert. Sie scheint den Trubel um ihre Person nur semilustig zu finden. «Wenn ich hätte berühmt werden wollen, wäre ich in der Sendung The X Factor aufgetreten», sagt sie.

Von Trump fordert sie zum einen eine Entschuldigung. Und zum anderen solle er künftig «nachdenken, bevor er twittert». Er hätte dann schnell merken können, dass er die falsche Theresa May anmotzt. Als wolle sie es einem Schulkind erklären, sagt Theresa Scrivener der BBC: «Wir - Theresa May und ich - wir sind so unterschiedlich. Unsere Profile sind komplett verschieden.» - «Sie führt ein Land, ich bin eine Mutter aus Bognor.»

Schon das Profil-Foto hätte Trump stutzig machen können. Es zeigt nämlich nicht die britische Premierministerin. Die hat er ja schon persönlich kennengelernt. Das hätte er also merken können. Es fehlt ausserdem der blaue Haken, der einen Account als verifiziert ausweist. Damit nicht jeder behaupten kann, er oder sie sei Theresa May oder Donald Trump.

Im Bild: Der US-Präsident auf Abwegen

Kritisieren sich gegenseitig: Theresa May und Donald Trump. (Archivbild)
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Matt Dunham, Keystone
Seine Retweets sorgen für Empörung: Präsident Donald Trump ruft Reportern vor dem Weissen Haus etwas zu. (29. November 2017)
Seine Retweets sorgen für Empörung: Präsident Donald Trump ruft Reportern vor dem Weissen Haus etwas zu. (29. November 2017)
Evan Vucci, Keystone
Um diese Tweets geht es.
Um diese Tweets geht es.
Keystone
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Natürlich, Fehler passieren. Auch dem so genannten Anführer der freien Welt. Für Theresa Scrivener aber ist durchaus erstaunlich «zu sehen, dass der mächtigste Mann der Welt es hinbekommen hat, den falschen Knopf zu drücken». Sie sei jedenfalls ganz froh, «dass er mich nicht kontaktiert hat, um mir mitzuteilen, dass er einen Krieg mit Nordkorea beginnt».

Das kann Trump dann ja zum Beispiel auf Twitter @_Kim_Jongun zuzwitschern. Auf diesem Account stimmt zumindest das Profil-Bild. (Aber, psst, Donald, das ist ein Fake-Account. Nur zur Sicherheit. Man weiss ja nie.)

Video: Es weihnachtet bei Melania Trump

Die First Lady enthüllt die Dekoration für die Festtage. (Reuters)

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