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«Er vergab sogar jenen, die ihn 27 Jahre im Gefängnis hielten»

Der Tod von Nelson Mandela vereint Südafrikaner unterschiedlicher Hautfarbe. Auch Mandelas Ex-Frau Winnie würdigt den Verstorbenen mit einem Gottesdienstbesuch.

Hier wird die Welt Abschied von Mandela nehmen: Das Bild des Ex-Präsidenten auf einer Leinwand im FNB-Stadion von Johannesburg.
Hier wird die Welt Abschied von Mandela nehmen: Das Bild des Ex-Präsidenten auf einer Leinwand im FNB-Stadion von Johannesburg.
Keystone
In sich gekehrt: Mandelas Ex-Frau Winnie und Südafrikas Präsident Jacob Zuma während des Gottesdienstes. (8. Dezember 2013)
In sich gekehrt: Mandelas Ex-Frau Winnie und Südafrikas Präsident Jacob Zuma während des Gottesdienstes. (8. Dezember 2013)
Reuters
Singen und Tanzen für Mandela: Eine Menschenmenge in Johannesburg. (6. Dezember 2013)
Singen und Tanzen für Mandela: Eine Menschenmenge in Johannesburg. (6. Dezember 2013)
Reuters
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Zum Gedenken an den verstorbenen Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela hat Südafrika einen Tag der Gebete und der Reflexion gefeiert. Menschen unterschiedlicher Hautfarbe gingen in die Kirche, um ihren Nationalhelden zu ehren. Zu den Trauerfeierlichkeiten in der kommenden Woche werden zahlreiche Staats- und Regierungschefs erwartet. Zur Feier in einem Fussballstadion in Johannesburg am Dienstag haben sich unter anderem US-Präsident Barack Obama und seine Frau Michelle angekündigt.

Mandelas Ex-Frau Winnie Madikizela-Mandela nahm gemeinsam mit dem Mandela-Enkel Mandla und Staatspräsident Jacob Zuma an einem Gottesdienst in Johannesburg teil. «Wir empfanden es als wichtig, dass wir einen Tag haben sollten, wo wir alle als Südafrikaner zusammenkommen können und für unseren ersten demokratischen Präsidenten beten und über sein Vermächtnis nachdenken können», sagte Zuma. Der Tag diene aber auch dazu, «für unsere Nation zu beten», sagte er, «zu beten, dass wir nicht einige der Werte vergessen, für die er (Mandela) gekämpft hat».

In der Regina Mundi Kirche in der Nähe Sowetos beschrieb Pater Sebastian Rossouw den Verstorbenen als «Mondlicht»: Er sei für Südafrika ein Leitbild gewesen. «Er bahnte den Weg für eine bessere Zukunft, aber er konnte es nicht alleine machen.» Hunderte Menschen besuchten die Messe in der kleinen Kirche.

Während des Gottesdiensts zündeten die Kirchgänger vor dem Altar eine Kerze für Mandela an, der am Donnerstag im Alter von 95 Jahren starb. An einer Seite hing ein Foto des Anti-Apartheid-Kämpfers.

Grosse Trauerfeier

Im Lauf der kommenden Woche sind neben der Gedenkfeier am Dienstag im FNB-Stadion in Johannesburg auch offizielle Gedenkveranstaltungen in allen Provinzen und Regionen des Landes vorgesehen. Mandelas Leichnam soll ab Mittwoch bis Freitag in den Union Buildings, dem Regierungssitz in der Hauptstadt Pretoria, aufgebahrt sein. Die Beisetzung soll dann am 15. Dezember in engerem Kreis in Mandelas Heimatdorf Qunu stattfinden.

Zu den Trauerfeierlichkeiten in Südafrika wollen neben US-Präsident Obama auch seine Amtsvorgänger George W. Bush, Bill Clinton und Jimmy Carter anreisen. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon wird zur Gedenkfeier in Johannesburg erwartet. Ebenfalls angekündigt haben sich unter anderem der französische Staatspräsident François Hollande, die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff, der niederländische König Willem-Alexander, der dänische Kronprinz Frederik und der norwegische Kronprinz Haakon.

Die Familie von Mandela äusserte sich am Samstag in einer Erklärung erstmals offiziell zum Tod des ehemaligen südafrikanischen Präsidenten. Man habe «einen grossen Mann» und die Säule der Mandela-Familie verloren, las ein Sprecher der Familie.

Nelson Mandela hatte sich jahrzehntelang für die Abschaffung der Apartheid in Südafrika eingesetzt und war schliesslich 1994 zum ersten schwarzen Präsidenten des Landes gewählt worden.

SDA

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