5 Tücken beim Kleintransporter

Crashtests haben gezeigt: Die Gefahren von kleinen Lieferwagen werden häufig unterschätzt. Die Tests sehen Sie im Video.

Das Fahren mit Kleintransportern ist schwieriger als viele denken. (Video: Axa Winterthur)

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Wer grössere Gegenstände transportieren will, braucht einen Lieferwagen. Diese sind bis zu 3,5 Tonnen schwer und können von jedem mit einem gültigen Fahrausweis der Kategorie B gefahren werden. Das Problem: Die Fahrzeuge bergen Risiken, die man häufig vergisst. Dies belegen Unfallstatistiken: «Wir haben festgestellt, dass es immer mehr Unfälle mit Lieferwagen gibt», sagt Bettina Zahnd, Leiterin Unfallforschung und Prävention der Schweizer Versicherungsgesellschaft Axa Winterthur.

Obwohl laut Zahnd die Unfallzahlen im letzten Jahr insgesamt abgenommen hätten, seien die Zahlen der Unfälle mit Kleinlastern gestiegen. Die Ursache liege in der Unwissenheit der Fahrer. Vielen ist nicht bewusst, was beim Fahren mit Lieferwagen beachtet werden muss. So stellen fünf Tücken besondere Probleme dar und erfordern Aufmerksamkeit: Dimension, toter Winkel, Ladung, Geschwindigkeit und Ruhepausen.

Die Höhe, Länge und Breite

Die Grösse des Fahrzeuges wird zu wenig bedacht. «Als Autofahrer ist man sich kleinere Fahrzeuge gewohnt. Begrenzte Rundumsicht, Unübersichtlichkeit, enge Einfahrten oder tiefhängende Brücken stellen Fahrer von Kleintransportern vor grosse Herausforderungen», so Zahnd.

Der tote Winkel

Weiter hält sie fest, dass gerade ungeübte Kleintransporterfahrer die Grösse des toten Winkels unterschätzen: «Kleinlaster haben einen deutlich grösseren toten Winkel als Personenwagen. Das wissen viele nicht oder es wird vergessen. Man muss besonders achtsam sein.»

Das Volumen

Auch das Volumen des Wagens stellt ein Problem dar: Wer zum Beispiel umziehen will, packt seinen Kleinlaster so voll, wie es nur möglich ist. Die Folge: Das Fahrzeug ist zu schwer, wodurch sich das Fahrverhalten verändert. «Der Bremsweg wird länger und Ausweichmanöver sind nicht mehr kontrollierbar», erklärt Zahnd. Zudem müssten Ladungen sicher befestigt werden.

Die Geschwindigkeit

Gewerbliche Fahrer stehen laut Zahnd vor folgender Herausforderung: Sie stehen unter Zeitdruck und sind oft unterwegs. Für sie gelten die gleichen Geschwindigkeitslimiten wie für Autos.

Ruhepausen

Bei Fahrzeugen mit einem Gewicht bis zu 3,5 Tonnen gibt es keine speziellen Auflagen zu Arbeits- und Ruhezeiten, wie sie bei Lastwagenfahrern existieren. «Da die Zeiten nicht erfasst werden und auch keine Kontrollen stattfinden, kann jeder beliebig lange fahren – auch bei Übermüdung», sagt Zahnd.

«Die Unfälle, die daraus folgen, könnten verhindert werden.» Mit den Crashtests soll darauf aufmerksam gemacht werden. Die Tests werden zu Forschungszwecken verwendet, um Unfälle zu rekonstruieren. Zudem möchte sie eine Weiterbildungspflicht für gewerbliche Kleintransporterfahrer sowie eine Instruktionspflicht für Vermieter von solchen Transportern. «Es hat sich gezeigt: Nur 19 Prozent der Mieter wurden über die Besonderheiten von Lieferwagen instruiert», kritisiert Zahnd.

Erstellt: 25.06.2015, 18:23 Uhr

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