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«Die Elektromobilität macht in Genf eine Pause»

Der deutsche «Auto-Papst» Ferdinand Dudenhöffer über die wichtigsten Premieren am Salon und die Probleme bei Elektroauto-Projekten.

Ferdinand Dudenhöffer, Direktor CAR-Center an der Uni Duisburg-Essen.
Ferdinand Dudenhöffer, Direktor CAR-Center an der Uni Duisburg-Essen.
zvg

Herr Dudenhöffer, wie gefällt Ihnen die Ausgabe 2012 des Genfer Salons? Wie jedes Jahr ist Genf etwas besonders. Auf vernünftiger Ausstellungsgrösse trifft sich die Weltautobranche, und keiner fehlt. Beim Rundgang fiel mir vor allem die steigende Zahl der sportlichen Geländewagen (SUV) auf. Die schiessen wie Pilze aus dem Boden.

Elektromobile waren das Hauptthema 2011. In diesem Jahr auch?? Nein, so wie es aussieht, macht die Elektromobilität eine Pause. Es wäre aber sehr schade, wenn das Gleiche passieren würde wie 1991: Damals hatte BMW das Elektroauto E1, VW das Hybridauto Chico, Mercedes einen elektrischen 190er, Opel seinen Astra und Ford den Escort mit Elektroantrieb, Renault den Clio-électrique, Fiat den Panda Elettra und Peugeot hatte gar von 1993 bis 2003 eine Sonderserie von fast 2000 Peugeot 106 Électrique gebaut. Leider Gottes ist dann alles im Sand verlaufen. Die Kosten sind beim Elektroauto immer noch sehr hoch, das Angebot an Serienautos überschaubar und die Politiker haben bisher wenig dazu getan, um das Thema zu beflügeln.

2012 wurden in Genf 140 Welt- und Europapremieren enthüllt. Nennen Sie uns die drei Ihrer Meinung nach wichtigsten Premieren? Die neue A-Klasse von Mercedes, der Peugeot 208 und der Opel Mokka.

Weshalb? Die neue A-Klasse ist für Mercedes die wichtigste Wachstumsstütze. Für Mercedes ein völlig neues Fahrzeug, das in den nächsten Jahren mit über 6 Modellvarianten auf den Markt kommt. Der Peugeot 208 ist das erste Auto, das kürzer statt länger wird beim Nachfolgemodell. Das ist mutig und eine ökologische Innovation. Und der Opel Mokka zeigt, dass SUV auch klein sein kann.

Zum ersten Mal wurde das «Auto des Jahres» (COTY) in Genf gewählt. Sind Sie persönlich mit der Wahl einverstanden? Ja, auch für mich wären der Opel Ampera und der Chevrolet Volt die Sieger. Da steckt am meisten Zukunft drin.

In Genf ist man überzeugt, dass man mit dieser Wahl seine Position als internationale Top-Messe weiter stärkt. Stimmt das? Es ist sicher ein i-Tüpfelchen. Aber Genf spricht für sich und braucht den Wettbewerb mit Detroit, Frankfurt, Paris oder Tokio nicht zu scheuen.

Die Schweiz sieht sich auch beim Auto gerne als Sonderfall. Was unterscheidet den Schweizer Markt von den anderen europäischen Ländern? Natürlich hat die Schweiz mit den Chevrolets eine Automobilgeschichte, allerdings ohne lokalen Hero heute. Den Heimspielfaktor hat hier niemand, das macht die Sache spannend. Auf der anderen Seite sind die Schweizer ja gut bemittelt und kaufen gerne schöne und teure Autos. Zudem ist der Markt «geschützter», sprich die Preise sind höher als im Rest Europas. Also klein, aber oho für die Autobauer.

Angenommen, wir schenken Ihnen ein Auto. Was darfs denn sein? ?Huch, das ist eine schwierige Frage. Von den Emotionen her wohl den neuen Ferrari F12berlinetta, von der Vernunft her den Opel Ampera.

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