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Ein Showmobil als Ikone

Peugeot gibt bei der Auto Shanghai Vollgas: Die Franzosen präsentieren den 308 R HYbrid mit 500 PS.

Bei Jaguar ist der E-Type eine Ikone. Bei Fiat der Cinquecento. Bei Audi der Quattro, bei Porsche der 911, bei BMW der M1 und bei Peugeots Konzernschwester Citroën die «Déesse» – die Göttliche. Alles Autos, die eine glorreiche Vergangenheit hinter sich haben. Peugeot tickt anders. Die französische Marke mit dem Löwen im Logo, die in Europa den tiefsten CO2-Durchschnittswert aller Flotten aufweist, will mit Neuem zu altem Biss finden. Dazu zeigen die Franzosen an der Auto Shanghai die Studie eines 308 mit 500 PS.

Was die meisten Hersteller nüchtern als Concept-Car bezeichnen, kriegt bei Peugeot einen verbalen Ritterschlag: «Der 308 ist ein Renner und hat schon 24 Auszeichnungen erhalten, darunter den begehrten Car of the Year Award 2014», freut sich Peugeot-Generaldirektor Maxime Picat. «Und mit dem 308 R HYbrid wird er zur Ikone der Marke schlechthin.»

Neue Design-Ära mit Vidal

Dass ein Kompaktwagen wie der 308 zur Ikone einer Marke wird, mag im Fall von Peugeot auch damit zu tun haben, dass die Franzosen seit dem 205 GTi selig in den 80er-Jahren eher leidenschaftslos zu Werke gegangen sind oder dass zumindest legendäre Autos wie das edle 504 Cabriolet Mitte der 70er-Jahre von der Bildfläche verschwunden sind.

Egal, die Zeit heilt alle Wunden. Und seit die Franzosen 2010 ihren Landsmann Gilles Vidal – der im Art Center College of Design in Vevey studiert hat – zum Designchef gemacht haben, hat sich die Marke vor allem optisch von A bis Z erneuert. Statt auf freudlos barockes Alltagsdesign wie sein Vorgänger und Förderer setzt Vidal trotz der sparsamen Antriebe auf sportliche, modische Akzente und bringt in seinen Autos das neu gefundene Selbstvertrauen der Marke zum Ausdruck.

In knapp 4 Sekunden auf 100

Das stimmt auch, oder sogar ganz besonders, beim 308 R HYbrid, der mit seinem sportlichen, aber nicht allzu übertriebenen Design schon auf den ersten Blick klarmacht, was Sache ist: nämlich 500 PS, einen Sprintwert von 0 auf Tempo 100 in knapp 4 Sekunden und den stehenden Kilometer in 22 Sekunden. Das sind Werte, die beim Autoquartett zu Trümpfen werden. Und sollte die Performance nicht ausreichen, dann ganz sicher der CO2 von (zumindest theoretischen) 70 Gramm pro Kilometer. Da kann die Konkurrenz nicht mithalten. Auch auf dem Papier nicht. Erreicht werden diese Werte dank der Kombination eines 270 PS starken 1,6-Liter-Vierzylinderbenziners mit zwei 115 PS starken Elektromotoren – einer mit dem 6-Gang-Getriebe gekoppelt, der andere an der Hinterachse. Dabei erreichen die Ingenieure eine optimale Gewichtsverteilung von 60:40 und ein Leistungsgewicht von 3,1 Kilo/PS.

Peugeot-Fans, die sich jetzt schon die Hände reiben, dürften aber enttäuscht werden. Zwar geben die Franzosen vor der Premiere keine Statements dazu ab, ob so ein 308 jemals realisiert wird, doch der Schlusssatz der Medienmitteilung lässt wenig Hoffnung aufkommen: «Der R HYbrid ist ein exemplarischer Beweis für das Talent der Ingenieure und Designer und das Niveau des Peugeot 308», heisst es da. Immerhin: «Einzelne Komponenten und Details wird man schon bald in der Serie finden», liess man bei Peugeot verlauten.

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