Elektrisches Störfeuer

Mit einem Luxus-Loft auf leisen Sohlen fährt Mercedes dem neuen VW-Bus in die Parade.

Mit der Studie V-ision e zeigt Mercedes-Benz noch bis zum Sonntag in Genf, wozu die Transporter der V-Klasse fähig wären. Fotos: Mercedes-Benz

Mit der Studie V-ision e zeigt Mercedes-Benz noch bis zum Sonntag in Genf, wozu die Transporter der V-Klasse fähig wären. Fotos: Mercedes-Benz

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Noch ist der neue VW Bus (T6) noch gar nicht enthüllt, und Mercedes-Benz startet schon sein Störfeuer. Denn zur Einstimmung auf den grossen Showdown unter Deutschlands wichtigsten Lademeistern zeigen die Schwaben jetzt in Genf mit der Studie V-ision e schon jetzt einmal, wie hoch die Hürden für den Dauerbrenner aus Wolfsburg diesmal sind. Denn so luxuriös, wie Mercedes die V-Klasse dafür ausgeschlagen hat, und so modern, wie sie motorisiert ist, muss sich der neue VW-Bus ganz schön strecken, wenn er weiter der Innovationsführer in der automobilen Raumfahrt bleiben will.

Luxus, Leistung, Sparsamkeit

Was die in Genf stehende V-Klasse unter dem Blech buchstäblich spannend macht, ist ihr Plug-in-Antrieb. Dafür haben sich die Stuttgarter Entwickler bei der C-Klasse bedient und von dort das Doppel mit einem 210 PS starken Vierzylinder und einer E-Maschine von 90 kW unter der Getriebeglocke übernommen. Zusammen 333 PS stark und mit bis zu 600 Nm Drehmoment gerüstet, beschleunigt das Tandem den Raumkreuzer in 6,1 Sekunden auf Tempo 100 und ermöglicht bis zu 206 km/h. Weil die aus einem 13,5 kWh grossen Akku im Kofferraum gespeiste E-Maschine die V-Klasse auch allein bewegen kann, sind bis zu 50 Kilometer und maximal 80 km/h ohne Verbrenner möglich. Gleichzeitig sinkt der Normverbrauch theoretisch auf rekordverdächtige 3,0 Liter, und der CO2-Ausstoss geht auf 71 g/km zurück.

Während beim Antrieb geknausert wird, hat Mercedes bei der Ausstattung so richtig geklotzt: Als wolle sich auch die V-Klasse um das wieder eingeführte Maybach-Logo bewerben, gibt es hinten nicht nur weisses Leder, helle Stoffe und edle dunkle Hölzer auf dem Fussboden. Sondern man thront auch auf elektrischen Massagesesseln mit ausfahrbaren Wadenauflagen und separaten Fussstützen, arbeitet auf vornehmen Klapptischen, surft auf integrierten Tablet-Computern und sonnt sich unter dem grössten Panorama-Dach in dieser Klasse. Auch das hat übrigens etwas von Maybach. Denn genau wie früher im 62er und heute im Mercedes SL ist das riesige Glasfeld mit Magic-Sky-Control ausgestattet und verdunkelt sich auf Knopfdruck selbst.

Studie mit Potenzial

Offiziell ist diese V-Klasse nur eine Studie und trägt den visionären Charakter bereits im Namen. Doch lässt Volker Mornhinweg keinen Zweifel daran, dass zumindest einzelne Komponenten des Konzeptfahrzeugs durchaus das Zeug zur Serie haben: «Das Concept V-ision e zeigt, welches Potenzial der Mercedes unter den Grossraumlimousinen bietet, um in Zukunft noch individueller und exklusiver auf Kundenwünsche und Marktbedürfnisse eingehen zu können», sagt der Leiter des Geschäftsbereichs Vans, der sich während Jahren vor allem als AMG-Chef einen Namen gemacht hat.

Noch reicht dafür ein Schaustück für die Messe. Doch spätestens wenn Volkswagen Mitte April in Amsterdam das Tuch vom neuen VW-Bus T6 zieht, dann könnte es sein, dass Mornhinweg Wort halten und die V-Klasse Farbe bekennen muss.

Erstellt: 09.03.2015, 16:44 Uhr

Artikel zum Thema

«Alternativ ist keine Alternative»

Interview Der deutsche Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer (63) blickt in die Zukunft der individuellen Mobilität und hofft auf «Revolutionäre» wie Apple und Google. Mehr...

Die aus einem 13,5 kWh grossen Akku im Kofferraum gespeiste E-Maschine kann die V-Klasse auch allein bewegen.

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blogs

Geldblog Negativzinsen: Was soll das?

Mamablog Ach, diese Instagram-Muttis!

Die Welt in Bildern

Harter Einsatz: Ein Demonstrant wird in Santiago de Chile vom Strahl eines Wasserwerfers getroffen. Die Protestbewegung fordert unter anderem höhere Untergrenzen für Löhne und Renten, günstigere Medikamente und eine neue Verfassung, die das Grundgesetz aus den Zeiten des Diktators Augusto Pinochet ersetzen soll. (9. Dezember 2019)
(Bild: Fernando Llano) Mehr...