10?573 Jeep-Fans dürfen sich freuen

Robust im Antritt, elegant im Outfit: So viel Luxus wie beim neuen Grand Cherokee gab es bei einem Jeep bis jetzt noch nie.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Herbert Meyer, CEO der Marke Jeep in der Schweiz, weiss es genau: 10?573 Grand Cherokee sind bei uns immatrikuliert. Ihre Besitzer, vereinzelt mag auch eine Besitzerin darunter sein, bilden also keine besonders grosse, dafür eine besonders treue Kundschaft. Auch in schwierigen Zeiten, als die Marke — arg gebeutelt durch die Ehekrise mit Daimler — an vieles dachte, bloss nicht an grosse Innovationen, hielten sie ihr die Treue.

Treue zu Jeep wird belohnt

Das will man bei Jeep Schweiz jetzt honorieren. Wie Herbert Meyer bei der Präsentation der vierten Generation des Grand Cherokee in München sagte, gibt es für alle bisherigen Kunden beim Kauf des neuen Modells eine Treueprämie von 6500 Franken. Wird das Auto geleast, erhöht sich der Rabatt sogar auf 7500 Franken. «Wir wollen mit dieser Aktion auch unseren Händlern, die ein Jahrzehnt lang darben mussten, attraktive Verkaufsargumente liefern», begründet der Schweiz-Chef diesen nicht alltäglichen Schritt. Denn in den meisten Fällen ist es so, dass Hersteller darüber debattieren, wie viele Neukunden sie gewinnen wollen.

10?573 Besitzer eines Grand Cherokee, welche gar noch die erste Generation (ab 1992), die zweite (ab 1999) oder die dritte (ab 2005) fahren, sollen von dieser Marketing-Aktion profitieren. «Aber klar ist», das sagt Herbert Meyer auch, «dass wir die Regelung durchaus grosszügig interpretieren werden.» Im Klartext heisst das wohl: Auch Besitzer eines kleineren Jeep, eines Compass, eines Patriot oder eines Wrangler können bei einem Wechsel in die Luxusklasse der einst martialischen Marke Jeep von den Sonderkonditionen profitieren.

Luxus wie in einem Mercedes

Die Zeiten, die der einst legendäre Willys MB 1941 begründete, der «Original-Jeep» sozusagen, und die mit dem Willys Station Wagon von 1946 fortgesetzt wurden, dem ersten Jeep mit festem Aufbau, sind längst vorbei. Bereits der Jeep Wagoneer (von 1962 bis 1990 gebaut) galt als erstes Luxusgefährt im Segment der allradtauglichen Fahrzeuge. Und war gleichzeitig der erste SUV (Sports Utility Vehicle). Allerdings: Bei aller Domestizierung, welche der Marke Jeep in mehr als einem halben Jahrhundert widerfahren ist –eine so luxuriöse Ausstattung in einem Fahrzeug, das nach wie vor im Gelände, auch im ganz groben, allen Ansprüchen genügt, hat es bei Jeep so noch nie gegeben. Da spürt man deutlich noch immer jene deutschen Gene, die aus der Liaison mit Daimler stammen. Noch immer nutzt der Grand Cherokee ja auch die Plattform der M-Klasse von Mercedes. Und zwar die aktuelle.

Im Innern dominieren Lack, Leder und Holz, auf Wunsch gibts Ziernähte an den Sitzen, das Lenkrad ist beheizbar. Dank dem um 13 Zentimeter verlängerten Radstand ist auch das Platzangebot edel, der Stauraum mit bis zu 1550 Liter zumindest respektabel. Für perfekte Rundumsicht sorgt ein zweiteiliges Glasdach, das sich von der Frontscheibe bis in den Heckbereich zieht. Der Sonnenschutz fährt elektrisch aus — und elektrisch öffnet und schliesst auch die Heckklappe.

Mit Luftfederung ins Gelände

Luxuriös, wenn auch auf robustem Level, geht es mit dem Grand Cherokee der vierten Generation ins Gelände. Erstmals mit Luftfederung. Dank ihr lässt sich die Karosserie in fünf vorprogrammierten Stufen bis zu einer Bodenfreiheit von maximal 269,5 Millimeter anheben. Damit sind dem fast 2,4 Tonnen schweren Luxus-Jeep selbst in schwierigem Offroad-Gelände kaum mehr Grenzen gesetzt. Und wenn schon: dann wohl eher dem Menschen als der Maschine.

Dabei macht der Jeep Grand Cherokee sozusagen alles selber. Per Drehregler auf der Mittelkonsole programmiert der Lenker das neue Traktionssystem Selec-Terrain, das in der Folge zwölf unterschiedliche Systeme für Antrieb, Bremsen und Fahrwerk, unter anderem die Getriebe-Schaltsteuerung, die Berganfahrhilfe und den Bergabfahr-Assistenten, koordiniert. Dann geht alles wie von Geisterhand. So wird selbst eine steile Bergabfahrt in rutschigem, schneebedeckten Gelände zum Kinderspiel. Und nicht zur Zitterpartie.

Noch immer ganz in Sinn und Geist des American Way of Life (oder Drive) ist auch beim neuen Grand Cherokee die Motorisierung mit je einem 6- und 8-Zylinder. Der brandneue V6, erstmals bei Jeep verbaut, holt aus seinen 3,6 Litern Hubraum 286 PS und soll mit seinem Verbrauch von 11,4 Litern gut zehn Prozent sparsamer sein als der 6-Zylinder im Vorgänger.

Keine Spar-Technik an Bord

Noch viel wuchtiger tritt natürlich der 5,7-Liter-V8 an, der bei einer Leistung von 352 PS ein Drehmoment von 520 Newtonmeter auf die Achsen stemmt. Entsprechend fällt auch sein Verbrauch aus, den das Werk im Schnitt mit 14,1 Liter angibt. Kein Wunder: Aktuelle Spar-Technik wie Bremsenergie-Rückgewinnung oder Start-Stopp-Automatik sind einem Grand Cherokee noch immer fremd. Doch seien wir ehrlich: Würde solches auch wirklich zur Jeep-Philosophie passen, wie sie noch immer und gerne hochgehalten wird?

So oder so: Den Grand Cherokee gibt es bei uns als V6 ab 76?430 Franken, als V8 ab 88?200 Franken, Treue-Bonus nicht mit eingerechnet. Beide Versionen stehen bereits beim Händler. Ein 3-Liter-Diesel mit 250 PS soll im Frühjahr 2011 folgen und den Verbrauch des «grossen Häuptlings» auch für die Europäer zumindest ein wenig erträglicher machen.

*??Peter Hegetschweiler fuhr den Jeep Grand Cherokee am 3. Dezember auf Einladung von Jeep Schweiz in Deutschland.

Jeep Grand Cherokee
Masse: Länge 4,82 Meter. Breite 1,94 Meter. Höhe 1,77 Meter.
Motoren: 3,6-Liter-V6 mit 286 PS und 5,7-Liter-V8 mit 352 PS.
Fahrleistungen: Spurt von 0 auf 100 km/h in 8,7 bis 9,5 Sekunden. Höchstgeschwindigkeit 195 bis 210 km/h.
Verbrauch: 11,4 bis 14,1 Liter (Werksangabe).
CO2 265 bis 327 g/km.
Preis: 3.6 V6 ab 76?430 Franken, 5.7 V8 ab 88?200 Franken.
Markteinführung: ab sofort.
Infos: www.jeep.ch

Erstellt: 07.12.2010, 11:49 Uhr

Weiterbildung

Banken umwerben Frauen

Weltweit steigt das Privatvermögen von Frauen. Banken zeigen, wie dieses gewinnbringend anzulegen ist.

Blogs

Sweet Home Das Bauhaus ist 100

Geldblog Nestlé enttäuscht den Markt

Weiterbildung

Lohncheck in Pflegeberufen

Qualifiziertes Pflegepersonal ist rar. Eine Pflegeinitiative setzt sich darum für höhere Löhne ein.

Die Welt in Bildern

Herbstlich gefärbte Weinberge: Winzer arbeiten in Weinstadt, im deutschen Baden-Württemberg. (17. Oktober 2019)
(Bild: Christoph Schmidt/DPA) Mehr...