T-Time vor der Elektro-Offensive

Nach dem T-Roc im Golf-Format lanciert VW mit dem T-Cross auf Polo-Basis einen zweiten Kompakt-SUV. Auch bei der angekündigten Elektrifizierung hat ein SUV einen hohen Stellenwert.

Während der kommune Polo brav bis bieder wirkt, treibt es der T-Cross zumindest optisch mit farbigen Felgen und Kontrastlackierungen schon fast bunt. Foto: PD

Während der kommune Polo brav bis bieder wirkt, treibt es der T-Cross zumindest optisch mit farbigen Felgen und Kontrastlackierungen schon fast bunt. Foto: PD

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Klar, den Golf VIII wird es noch geben. Aber ebenso klar ist: Es wird der Letzte in dieser klassischen Form sein. Nach fast einem halben Jahrhundert Regentschaft in seinem Reich, der Golf-Klasse, wird der Nachfolger des legendären Käfers dem elektrischen Zeitgeist Tribut zollen und abdanken müssen.

Doch bis VW definitiv in die Elektrozukunft fährt und den I.D. Neo, so sein vorläufiger Name, als Volksstromer auf die Strasse bringt, arbeitet der Konzern noch ein Stück Vergangenheit auf und schliesst dabei eine Lücke in der Palette. Es ist erstaunlich, aber Fakt: Die Wolfsburger, die schon mit dem Touareg (2002) und dem Tiguan (2007) relativ spät dran waren, haben den Trend zu den kompakten Sports Utility Vehicles (oder Crossovers) schlicht verpasst. Aber genau hier spielt zurzeit die Musik und lassen sich stetig noch höhere Verkaufszahlen generieren. Prognostiker gehen davon aus, dass sich das Volumen in den nächsten zehn Jahren sogar verdoppeln wird.

Nur zwei Benziner zum Start

Doch jetzt reagiert VW. Nur 15 Monate nach dem T-Roc, der den Golf in seiner Form als Kompakt-SUV ziemlich altbacken aussehen lässt, lancieren die Wolfsburger einen zweiten Kompakt-SUV, den T-Cross. Noch etwas kompakter, aber nicht kleiner als der Polo, im Gegenteil. Dazu familienfreundlicher. Und in jedem Fall trendiger. Was noch vor dem Verkaufsstart im Mai die Frage aufwirft, wie stark der T-Cross seinen «Bruder» kannibalisieren wird. Michael Mestel, Direktor der neuen Baureihe, geht davon aus, dass der Einfluss auf den Polo vorsichtig ausgedrückt «beträchtlich» sein wird. Jedenfalls grösser als bei Golf und T-Roc, weil der ewige Topseller noch immer einen hohen Stellenwert hat.

Was beim direkten Vergleich T-Cross vs. Polo in jedem Fall für den sogenannten City-SUV spricht: Er ist nicht nur 5,4 Zentimeter länger, sondern mit einem Plus von 11,2 Zentimetern an Höhe (gemessen bis zur Dachreling) auch wesentlich geräumiger. Dazu kommt, dass sich die Rückbank um 14 Zentimeter nach hinten verschieben lässt, was zu mehr Beinfreiheit selbst gegenüber einem Golf führt. Maximal lässt sich das Stauvolumen – inklusive umgeklappter Lehne des Beifahrersitzes – von minimal 385 Litern auf 1281 Liter steigern. Und dann passt laut VW sogar ein Surfbrett in den 4,11 Meter kurzen T-Cross.

Während der Technikspender Polo nach wie vor brav bis bieder wirkt, treibt es der Neuling zumindest optisch mit farbigen Felgen und diversen Kontrastlackierungen fast schon bunt und gibt sich mit seiner bulligen Front und dem von einem durchgehenden Reflektorband geprägten Heck à la Porsche dynamischer, als er sich tatsächlich fährt. Denn zum Marktstart im Mai stehen nur zwei 3-Zylinder-Benziner mit 95 und 115 PS im Angebot. Ein 4-Zylinder-Diesel (95 PS) folgt im Sommer, ein 4-Zylinder-Benziner (150 PS) im Herbst.

Aber braucht es wirklich mehr PS? Eigentlich nicht, kann man nach ersten Probefahrten auf Mallorca sagen. Was auch bezüglich eines Allradantriebs gilt, auf den VW wegen des Mehrgewichts und der höheren Kosten verzichtet. Schliesslich wird der T-Cross in der Basisversion schon ab 20 800 Franken zu haben sein.

Dem Trend zu kompakten SUV folgt VW, diesmal zeitnah, auch bei der Elektrifizierung. Sechs Monate nach dem I.D. Neo, dem designierten Volksstromer, der auf Sommer 2020 angesagt ist, soll als Nummer 2 der I.D.-Familie der erste SUV folgen. Bei der Frage, wie kompakt der I.D. Crozz ausfallen wird, halten sich die Wolfsburger noch bedeckt. Jochen Tekotte, Sprecher der Baureihe e-Mobilität, erklärte bei der Präsentation des City-SUV lediglich, es werde weder einen elektrischen T-Cross noch einen stromenden T-Roc geben. Unser Tipp: Es wird ein Elektro-Tiguan.

Peter Hegetschweiler fuhr den T-Cross auf Einladung von VW-Importeur Amag am 20./21. März auf Mallorca.

Erstellt: 27.03.2019, 18:48 Uhr

VW T-Cross

Modell: SUV im Polo-Format

Masse: Länge 4108 mm, Breite 1782 mm, Höhe 1584 mm, Radstand 2551 mm

Kofferraum: 385 bis 1231 Liter

Motoren: Zum Start zwei 3-Zylinder-Benziner mit 95 und 115 PS

Fahrleistungen: 0 bis 100 km/h in 10,2 bis 11,5 Sekunden, Höchst­geschwindigkeit von 180 bis 193 km/h

Verbrauch: 4,9 Liter auf 100 Kilometer (Werksangabe)

CO2-Ausstoss: 112 Gramm pro Kilometer

Preis: Ab 20'800 Franken

Markteinführung: Mai

Infos: www.vw.ch

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