Komfortable Gondel für Stadt und Land

Mit Eleganz und französischem Chic will der DS3 Crossback ab Juni gegen die Konkurrenz von Audi Q2 und Mini Countryman punkten.

Ziemlich unverwechselbar gezeichnet: Mit seinen bescheidenen 4,12 Metern bietet der DS3 Crossback innen ordentlich Platz. Foto: PD

Ziemlich unverwechselbar gezeichnet: Mit seinen bescheidenen 4,12 Metern bietet der DS3 Crossback innen ordentlich Platz. Foto: PD

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Sie sind sportlich, sie sind verspielt, und sie sind praktisch – in kaum einem Segment gibt es so viele Charakterdarsteller wie unter den kleinen Geländewagen. Und trotzdem gibt es offenbar noch immer ein paar Rollen, die unbesetzt sind. So eine hat die französische Marke DS für sich entdeckt und mit dem DS3 Crossback besetzt. Wenn der aufgebockte Kleinwagen als zweites komplett eigenständiges Modell der Marke im Frühsommer zu Preisen ab 28 500 Franken in den Handel kommt, wird er so zur Preziose, die als nobles Kleinod den abenteuerlichen, sportlichen und alltagstauglichen Auftritt vieler Konkurrenten kontern will.

Und einen Konter haben die Franzosen nötig: Nachdem der Marke 2016 mit 1393 verkauften DS-Modellen ein einigermassen akzeptabler Marktstart gelang, wurden 2017 in der Schweiz gerade mal 680 Fahrzeuge eingelöst. 2018 waren es 747, und in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres blieb man mit 133 Verkäufen bereits wieder 23,6 Prozent hinter dem Vorjahr zurück.

Doch das könnte sich mit dem DS3 Crossback ändern. Denn aufgebaut auf einer gründlich modernisierten Plattform und wie alle Modelle der Marke mit etwas provozierendem Pariser Chic und reichlich Glanz und Glamour ziemlich unverwechselbar gezeichnet, misst der Crossback bescheidene 4,12 Meter und bietet dafür innen ganz ordentlich Platz: Vorne sitzt man so bequem und grosszügig wie in der Klasse darüber, die Rückbank taugt für Erwachsene zumindest auf kurzen Strecken, und der Kofferraum fasst durchschnittliche 350 Liter.

Nur kleine Benziner am Start

Weil DS sich als Premiummarke versteht und der DS3 Crossback nicht gegen Hyundai Kona oder VW T-Cross, sondern gegen Audi Q2 und Mini Countryman bestehen soll, ignorieren die Franzosen praktische Details wie eine verschiebbare Rückbank, sparen dafür aber nicht bei Ambiente und Ausstattung: Es gibt deshalb den üblichen Look mit aufwendigem Leder mit einer Prägung, die an Gliederbänder von Uhren erinnert, verspielten Schalterleisten wie Reptilienschuppen aus Edelmetall und digitalen Instrumenten.

Und es gibt ein paar Extras, die man in dieser Klasse so nicht erwarten würde – vom intelligenten LED-Matrix-Licht über die versenkten Türgriffe, die sich den Passagieren schon beim Herantreten an den Wagen automatisch entgegenrecken, bis hin zu einer App, über die man den DS3 Crossback mit dem Smartphone starten und diese Fahrberechtigung auch mit anderen teilen kann. Vom leider noch immer auf eine ausklappbare Plastikscheibe projizierten Head-up-Display und einem ziemlich autonomen Autobahn-Assistenten bis Tempo 180 ganz zu schweigen.

In der Ruhe liegt in diesem Auto die Kraft.

So opulent und avantgardistisch Auftritt und Ausstattung des DS3 Crossback auch sein mögen, so bodenständig ist der Antrieb – zumindest in der Startaufstellung. Denn da gibt es vorerst einen kleinen Benziner mit 100, 130 oder 155 PS und einen sparsamen 100-PS-Diesel (3,7 Liter auf 100 Kilometer). Das ist zum Teil deutlich weniger, als die Konkurrenz zu bieten hat. Aber immerhin kombiniert DS den Motor in den höheren Leistungsstufen zum ersten Mal in diesem Segment mit einer Acht-Gang-Automatik.

Und weil dazu noch eine Frontscheibe mit Akustikfolie die Geräusche dämmt, kommt trotz kleinen Motoren selbst beim Fahren ein bisschen Noblesse auf. Passenderweise wirkt der Crossback eher vornehm als forsch; die theoretische Höchstgeschwindigkeit von 208 km/h und die elektronische Fahrprofilregelung lassen trotzdem keine sportlichen Gefühle aufkommen. Wozu auch? Stattdessen gondelt man komfortabel und handlich durch die Stadt und lässt es über Land eher gelassen angehen. In der Ruhe liegt in diesem Auto die Kraft, den Kampf um die Poleposition sollen in dieser Klasse andere ausfechten.

Stromer folgt schon bald

Eine Spitzenposition will sich der Crossback lieber in einer anderen Liga sichern und so auch beim Antrieb doch noch zur Avantgarde aufsteigen. Denn schon in ein paar Monaten wird es hinter dem eigenwilligen Grill auch einen Elektromotor geben. Als Stromer mit 136 PS und über 300 Kilometer WLTP-Reichweite ist der DS3 Crossback E-Tense ab Anfang 2020 nicht nur das erste selbst entwickelte Elektroauto im PSA-Konzern, sondern auch der Erstling in diesem Segment und damit buchstäblich Avantgarde. Vielleicht sorgt die Elektrifizierung für den nötigen Schub, damit die Marke DS ihre Ziele auch in Europa erreichen kann.

(Redaktion Tamedia)

Erstellt: 11.04.2019, 07:33 Uhr

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