Der Countryman für sportliche Singles

TA-Mitarbeiter Thomas Geiger drehte erste Runden im Mini-Paceman-Prototyp.

Nummer 7: Der Paceman setzt die Modelloffensive von Mini fort, und ein Ende ist nicht in Sicht.

Nummer 7: Der Paceman setzt die Modelloffensive von Mini fort, und ein Ende ist nicht in Sicht. Bild: Mini

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Erst blasen sie den Mini auf, und jetzt dampfen sie ihn wieder ein: Denn als sportlicher Ableger des Countryman rollt der Paceman an den Start. Der 2-Türer, der intern als «X6 für Arme» geführt wird, feiert seine Weltpremiere Ende September auf dem Pariser Salon. In den Handel kommt er Anfang nächsten Jahres.

Tiefer als der Countryman

Bei der Erstbegegnung gibt sich das kleine Coupé noch ein wenig geheimnisvoll und tarnt die Finessen des neuen Designs unter einer psychedelischen Klebefolie. Doch ganz egal, wie viele der horizontalen Linien es in die Produktion bei Steyer in Graz geschafft haben und künftig die Karosse strecken – den Verzicht auf zwei Türen, das nach hinten deutlich abfallende Dach und die stark geneigte Heckscheibe erkennt man schon jetzt. So wird der Paceman 4 Zentimeter tiefer als der Countryman, bietet dafür aber auch 2,5 Zentimeter weniger Bodenfreiheit und 20 Liter weniger Kofferraum.

Obwohl nur noch ein 2-Türer, sitzt man in dem Wagen übrigens trotzdem besser als im konventionellen Mini. Schliesslich bleibt es bei unveränderten 2,60 Meter Radstand, bei nahezu identischen 4,11 Meter Länge und bei den beiden Einzelsitzen, die vom cleveren Stausystem CenterRail getrennt werden. Nur kann man die Rücksitze anders als im Countryman nicht mehr verschieben. Dadurch kommen die Sitze ein wenig näher an den Boden, und die ohnehin schon eingeschränkte Kopffreiheit schrumpft nicht noch weiter. Für Menschen über 1,7 Meter taugt der Rücksitz nichts, zumal schon der Einstieg eine arge Kletterpartie ist. Aber fürs Sportgerät oder die Einkäufe kann man die Rücksitze bestens nutzen.

Die Technik wird dem Anspruch vom kleinen Bruder des X6 durchaus gerecht. Denn wie der Countryman bietet der 2-Türer den Allradantrieb mit variabler Kraftverteilung, die erhöhte Bodenfreiheit sowie die bulligen Stossfänger und Schutzleisten. Und wenn die Ingenieure nicht bluffen und die ersten Kilometer nicht täuschen, dann ist auch das Fahrwerk etwas straffer abgestimmt. Ausserdem macht sich in schnellen Kurven der niedrigere Schwerpunkt bemerkbar.

Unter der Haube lässt die BMW-Tochter die Muskeln spielen: Damit der Spass nicht auf der Strecke bleibt, werden die schwächeren Motorvarianten gestrichen. Deshalb geht es los mit dem 122 PS starken Cooper und dem Mini D mit 112 PS. Darüber rangiert der Cooper D mit 143 PS, und bis im Sommer nächsten Jahres der Cooper Works mit 218 PS kommt, markiert der Cooper S die Spitze: Er hat 184 PS und bringt das Coupé mit 280 Nm so flott in Fahrt, dass der Paceman tatsächlich die Pace macht: Knapp 220 km/h sind drin.

Mini wird zur Maxi-Familie

Obwohl der Paceman schon Mini Nummer 7 ist, gehen den Machern nicht die Ideen aus: «Wir haben mit der kleinen Plattform und unserem Werk in Oxford gelernt, wie wichtig es ist, dass man auf mehreren Beinen steht», sagte Volker Hildebrand, der den Paceman seinerzeit noch als Designchef mit auf den Weg gebracht hat, zur Studien-Premiere 2011 in Detroit. Vielleicht nicht mit ganz so vielen Varianten, aber im gleichen Stil werden die Bayern das mit der grossen Plattform aus Graz jetzt wiederholen. «Schliesslich ist unsere neue Bodengruppe viel zu schade, um nur ein Modell zu tragen», so Hildebrand weiter. Diese Einstellung teilt offenbar auch der neue BMW-Vorstand Harald Krüger, in dessen Ressort die Marke Mini fällt. Kaum im Amt, schürt er schon die Spekulation auf weiteren Nachwuchs. Bis zu zehn Mini-Modelle, so lässt er verlauten, seien in naher Zukunft denkbar. (tg)

Erstellt: 28.08.2012, 04:25 Uhr

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