Ford trimmt den EcoSport fit für Europa

In Brasilien wurde der preiswerte Mini-SUV bereits 2003 lanciert, nach Europa gekommen ist er aber erst 2014, bislang ohne grossen Erfolg. Das soll sich nun ändern.

Extrem kurz, kantig und wendig: Trotz zweier Faceliftings ist Ford der Grundidee des EcoSport treu geblieben. Foto: PD

Extrem kurz, kantig und wendig: Trotz zweier Faceliftings ist Ford der Grundidee des EcoSport treu geblieben. Foto: PD

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Die Letzten werden die Ersten sein. Wäre es auch im Fall des EcoSport so, wie ein geflügeltes Wort besagt, so müsste Fords Kleinster umgehend zum Spitzenreiter in seinem Segment avancieren. Tut er aber nicht. Zwar ist der EcoSport in seiner neusten Version tatsächlich der Letzte unter allen kom­pakten und noch kleineren SUV, die dieses Jahr sozusagen im Monatsrhythmus lanciert worden sind – vom Opel Crossland X über den Citroën Aircross, den Hyundai Kona, den Kia Stonic, den Skoda ­Karoq und den Seat Arona bis hin zum VW T-Roc. Das ist eine geballte Macht an Mitkonkurrenten. Und genau deshalb wird es mit dem Letzten als Erstem für den EcoSport auch in diesem Jahr wohl nichts.

Kuga statt EcoSport

Das mit dem späten Zeitpunkt hätte Ford auch anders haben können. Denn der erste EcoSport rollte schon 2003 vom Band, und zwar in Brasilien. Damals deutete allerdings noch wenig bis gar nichts auf einen Boom hin, wie er eben dieses Segment in den vergangenen paar Jahren so radikal erfasst hat. Erst als Nissan 2007 den Qashqai lancierte und seinen Kompakt-SUV buchstäblich aus dem Nichts zum weltweiten Verkaufshit machte, erwachte die Konkurrenz. So auch Ford, der US-Konzern brachte 2008 den Kuga.

Und der EcoSport? Der blieb vorerst dort, wo er entwickelt worden war: in Brasilien. Immerhin zog der robuste, praktische und auch preiswerte Mini-SUV schnell einmal weitere Kreise und wurde in andere Schwellenländer wie Argentinien oder Mexiko exportiert. Der europäische Markt blieb ihm aber weiter versagt. Erst mit der zweiten Generation ab 2014, die nun global produziert wurde, holte ihn Ford auf den Alten Kontinent und an die Seite des ebenfalls kompakten, aber grösseren und teureren Kuga.

Mit zunächst mässigem Erfolg. «Wir mussten erkennen, dass das Auto europäischen Ansprüchen in Form, Ausstattung und letztlich auch in seiner Verarbeitung nicht genügte», gibt der Chefingenieur Dirk Bormann heute zu. Doch jetzt, nach zwei Faceliftings innerhalb von nur zwei Jahren, ist es so weit. Das heisst, Ford hat den EcoSport so weit: als trendigen, optional zweifarbigen ­Mini-SUV mit qualitativ ansprechendem Interieur, modernen Assistenzsystemen und optimiertem Antrieb bis hin zu Allrad. In seiner Grundidee aber ist er unverändert geblieben: mit nur 4,01 Metern extrem kurz, kantig, wendig – ganz im Sinne des brasilianischen Spirits von einst. Auch beim Preis: Die Basisversion mit dem Dreizylinder-Benziner (125 PS), manuell geschaltet und mit Vorderradantrieb, gibt es ab Mitte Februar bereits für 19 900 Franken.

Viele Bauteile vom Fiesta

Und es ist tatsächlich so: Ford hat die geltend gemachten Qualitätsmängel behoben und den EcoSport auf das Niveau seines Erfolgsmodells Fiesta gehoben, dem er in vielen (neuen) Bauteilen auch 1:1 entspricht. Zum Beispiel im Cockpit: Mit dem neusten, sprachgesteuerten Kommunikationssystem Sync 3 von Ford kommt auch ein acht Zoll grosser, freistehender Monitor an die Mittelkonsole. Insgesamt wirken die Materialien hochwertiger, die neu konstruierten Sitze bieten mehr Komfort, das Lenkrad ist beheizbar. Mit einem Geschwindigkeitsbegrenzer, einem Totwinkelwarner und einer Rückfahrkamera halten zudem drei neue Assistenzsysteme im Mini-SUV Einzug.

Allradantrieb nur für Diesel

Auch unter der Haube hat sich einiges getan. So setzt Ford im EcoSport seinen neu entwickelten Vierzylinder-Diesel erstmals serienmässig ein. Das 125-PS-Aggregat mit einem maximalen Dreh­moment von 300 Newtonmeter sorgt für ausreichend Schub. Von den beiden Dreizylinder-Benzinern ist die 125 PS-Version wohl die bessere Wahl, weil sie optional über eine Sechsstufen-Auto­matik verfügt. Was die 4×4-verrückten Schweizer freuen wird: Erstmals gibt es den EcoSport auch in Europa mit Allradantrieb. Allerdings nur beim stär­keren der beiden Selbstzünder und auch nicht in Kombination mit einem Automatik­getriebe. Was PR-Chef Kaspar Haffner von Ford Schweiz ganz besonders bedauert.

Die Preisspanne für den Mini-SUV beginnt bei 19 900 Franken und endet bei 28 500 Franken für den 125-PS-Diesel mit Allradantrieb in der Topausführung ST-Linie. Produziert wird der neue ­EcoSport für den europäischen Markt übrigens im für 200 Millionen Euro ­erweiterten Ford-Werk in der rumänischen Stadt Craiova.

Peter Hegetschweiler fuhr den EcoSport auf Einladung von Ford Schweiz am 13./14. Dezember in Portugal. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 05.01.2018, 18:11 Uhr

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Modell: Kompakt-SUV.

Masse: Länge 4096 mm, Breite 1816 mm, Höhe 1733 mm, Radstand 2519 mm.

Kofferraum: 356 bis 1238 Liter.

Motoren: Zwei Dreizylinder-Benziner (1,0 Liter) mit 125 und 140 PS, zwei Vierzylinder-Diesel (1,5 Liter) mit 100 und 125 PS.

Fahrleistungen: 0 bis 100 km/h in 11,6 bis 14,0 Sekunden. Höchstgeschwindigkeit von 160 bis 188 km/h.

Verbrauch: 4,1 bis 5,8 Liter auf 100 Kilometer.

CO2-Ausstoss: 107 bis 134 Gramm pro Kilometer.

Markteinführung: Mitte Februar 2018.

Preis: ab 19'900 Franken.


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