Mustang Shelby GT500: Der heisseste Hengst im Stall

Mit seinen 662 PS fasziniert dieser Ford sogar Ferrari- und Porsche-Fahrer.

Der Ford Mustang Shelby GT500 leistet 662 PS und kostet knapp 55 000 Dollar.

Der Ford Mustang Shelby GT500 leistet 662 PS und kostet knapp 55 000 Dollar. Bild: Ford

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Wenn die Cobra den Mustang beisst, dann wird es giftig. Denn kein anderer amerikanischer Muscle-Car hat so viele Muskeln wie der Shelby GT500 von Ford. Schliesslich treibt ihn der stärkste V8-Motor an, der je in ein Serienauto eingebaut worden ist. Herzstück des US-Helden ist ein Motor, wie ihn wohl nur die Amerikaner bauen können: Direkteinspritzung? Who cares! Zylinderabschaltung? Forget it! Downsizing? Shut up! Ein echter Mustang braucht schliesslich einen V8-Motor, erst recht wenn er den Namen von Werkstuner Carroll Shelby trägt.

In 3,5 Sekunden auf Tempo 100

Der Vater der legendären Cobra hat dem 5,8-Liter-Stahlblock-Motorkurzvorseinem Tod im vergangenen Jahr einen riesigen Kompressor aufgepflanzt, die Leistung so auf 662 PS gesteigert und damit den weltweit stärksten 8-Zylinder in einem Serienauto aus dem Ärmel geschüttelt.

Wenn man diesen Motor anwirft, dann ist es, als würde ein Vulkan ausbrechen und die Erde beben. Die Wände beginnen zu wackeln, in den Pfützen bilden sich kleine Flutwellen und im Umkreis von 100 Metern verstummen alle Gespräche – wenn der Mustang läuft, verstehen die Passanten ihr eigenes Wort nicht mehr. Dann klackert der erste Gang ins Getriebe, die nach viel Kraft verlangende Kupplung schnappt zu, und mit bis zu maximal 856 Nm reissen die breiten Schlappen auf den 20-Zöller im Heck am Asphalt. Rauch quillt aus den Radkästen, in kaum mehr als 3,5 Sekunden rennt der Wildfang auf Tempo 100, und meterlange schwarze Streifen markieren seinen Weg.

Plastik statt Karbon

Mit diesen Daten katapultiert sich der Mustang in eine Liga mit Spitzensportwagen wie dem Porsche 911 Turbo S, dem Lamborghini Aventador, dem Ferrari F 458 oder dem Mercedes SLS. Nur dass ihm alle guten Manieren fremd sind. Wo die Europäer mit wissenschaftlicher Präzision um Höchstleistungen ringen und nach der letzten Hundertstelsekunde jagen, setzt Ford auf Gewalt. Schwert statt Skalpell, Hardrock statt Easy Listening: Dieser Mustang macht Ferraris Cavallo rampante zum Schaukelpferd.

Die grobschlächtige Art gilt aber nicht nur für Antrieb und Antritt, sondern auch fürs Ambiente. Karbon, Aluminium oder nobles Leder sucht man im Mustang vergebens. Wie so viele US-Muscle-Cars ist auch der Shelby innen mit tristem Kunststoff ausgeschlagen – selbst wenn sich der Schaltknauf anfühlt wie eine Billardkugel und der Bordcomputer Spielereien wie einen G-Meter bietet. Aber was solls? Das ist ein Rennwagen mit Strassenzulassung. Da stört man sich am Billigplastik genauso wenig wie am harten Fahrwerk oder den Trinksitten. Schliesslich fährt man mit diesem Auto ja nicht einkaufen.

«Bang for the Bucks»

Mit seinem imposanten Auftritt stiehlt er vielen Supersportwagen die Schau, und solange es geradeaus geht, kann er auch bei den Fahrleistungen mithalten. Doch wenn es um den Preis geht, ist der Mustang unschlagbar: 662 PS für nicht einmal 55 000 Dollar – mehr «Bang for the Bucks» bietet kein anderes Auto. Weil Ford diesen Mustang (noch nicht) exportiert, langen die Direktimporteure aber ordentlich zu. Doch selbst der teuerste Shelby in der Schweiz ist mit 115000 Franken in Anbetracht der Leistung ein Schnäppchen – als gäbe es Lamborghini jetzt bei Lidl.

Erstellt: 27.09.2013, 10:58 Uhr

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